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Übersicht Kirche Lausen


 

Lausen: Kirche; Beschreibung
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Lage und Äusseres

Nordwestlich des Dorfes auf dem rechten Ergolzufer und am Fusse des Kirchbergs gelegen, steht die Kirche auf einem ummauerten, 1941 erweiterten Friedhof. Sie bildet zusammen mit dem in gleicher Firstrichtung ans Langhaus gebauten Sigristenhaus und der vorstehenden, leicht abgedrehten Sigristenscheune einen kleinen, einst weit abseits des Dorfes gelegenen Kirchweiler.

 

Das Gotteshaus ist geostet und setzt sich aus dem sich nach Osten leicht verbreiternden Langhaus und einem annähernd quadratischen, eingezogenen Chor zusammen. Dieser ist nach Norden verschoben und wird auf der Nordseite von der Sakristei und auf der Südseite von einem Verbindungsbau mit dem Turm flankiert. Die kleine Gebäudegruppe wird vom grossenteils freistellenden Glockenturm beherrscht. Dieser fusst auf einem Schmiegesockel, wird durch drei Kaffgesimse in vier Geschosse unterteilt und schliesst mit einem Satteldach. Das Glockengeschoss öffnet sich allseitig mit gekoppelten, steinernen Rundbogenarkaden, deren stark ausladende Kämpfersteine auf gerasten Mittelstützen ruhen. Auf der Süd- und Eingangsseite beschützt ein auf Bugstützen ruhendes Schleppdach das aus der Zeit um 1486 stammende Hauptportal.

   

 

Nordostansicht der Kirche

Die Wulststäbe seines Gewändes beginnen über spiralförmigen Basen und kreuzen sich in spätgotischer Art im Scheitel des Spitzbogens. Links davon befindet sich ein Spitzbogenfenster mit der Jahreszahl 1685 und dem Steinmetzzeichen des Liestaler Meisters Martin Keigel; rechts davon öffnen sich zwei hochrechteckige Fenster aus dem 18. Jahrhundert. Auf der Nordseite des Schiffs erkennt man zu ebener Erde den ehemaligen, rundbogigen Nordeingang, der im 15. Jahrhundert zugunsten des Südeingangs aufgegeben wurde und seither als Fenster dient. Sein kräftiger, umlaufender Wulst ist spätromanisch, stammt aus dem späten 12. Jahrhundert und bestätigt, dass der frühromanische Eingang später verkleinert worden ist. Das darüberliegende Emporenfenster entstammt dem 18. Jahrhundert. In der Mitte der Nordmauer befindet sich ein breites, zweiteiliges Masswerkfenster mit Dreipassendungen und liegender Fischblase, auf dessen Wasserschlagfläche sich das Flachrelief eines Schildes mit einem Meisterzeichen, flankiert von der Jahreszahl 1486 und einem Steinmetzzeichen, abhebt. Das östliche Fenster der Nordmauer entstand erst 1616 anstelle eines älteren Fensters.

 

Auch die drei Chorfenster sind in Form und Grösse unterschiedlich und aus verschiedenen Bauperioden. Ursprünglich, d.h. aus dem 15. Jahrhundert, stammt einzig das zweiteilige Spitzbogenfenster der Ostmauer. Das südseitige entspricht zwar in Kehlung und Masswerk vollständig dem Schiffsfenster von 1486, doch ist es grösser und kann auf Grund des Wandbilderzyklus erst später, vermutlich im 17. Jahrhundert, entstanden sein. Das nordseitige, rundbogige Fenster mit Kleeblattendung ersetzt ein kleineres Fenster und gehört der Zeit des Sakristeibaus um 1616 an. Die Sakristei ist zu den Dächern von Chor, Schiff und Sigristenhaus quer gestellt und besitzt ebenfalls nachgotische Fensterformen. Die in Höhe und Breite nur leicht differenzierten Baukörper wirken in der Aneinanderreihung schlicht und einfach und vermitteln in ihrer äusseren Erscheinung den Eindruck einer geschlossenen Baugruppe.


Das an den Westgiebel des Langhauses angebaute Sigristenhaus wird erstmals 1575 erwähnt, ist jedoch bedeutend älter und wurde im 19. Jahrhundert erweitert. Es diente stets als Sigristenhaus und ist das Geburtshaus des Revoluzzers und Regierungsrats Christoph Rolle (1806- 1870). Bemerkenswert sind das dreiteilige, gekehlte Holzfenster im Obergeschoss der Nordseite und der Situationswert der ehemaligen Sigristenscheune.

 

Inneres 

Das längsrechteckige Schiff wird durch einen breiten Chorbogen vom zwei Stufen höher gelegenen Chor getrennt. Besonders eindrucksvoll wirken die vier frei im Raum stehenden, mit dem Beil berabeiteten und deshalb altertümlich anmutenden Eichenpfosten des Schiffs. je zwei davon sind unter den Längsunterzügen mittels Sattelhölzern miteinander verbunden und stützen derart die einfache Holzleistendecke. Diese zeigt auf einer Diele in der Mitte die Jahreszahl 1616 mit zwei Basler Stäben, einem Meisterzeichen und den Initialen "HW". Auflager an den hinteren Pfosten stützen die Westempore, die nach der Jahreszahl im Fries des Fussbalkens 1685 entstanden ist. Darüber werden die barocken Baluster der Brüstung und der Handlauf neuerdings vom Rückpositiv der Orgel unterbrochen. Dekorative rote Bänder aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts rahmen die Decke, Fenster und Türen ein. Links vom Eingang und an der Nordwand bei der Empore sind die vermauerten frühromanischen Fensterchen sichtbar.

 

Die Leibung des gedrungenen, spitzbogigen Chorbogens setzt sich aus grossen, beidseits breitfasig gekehrten Tuffsteinen zusammen. Links davon öffnet sich die Mauer für den Durchgang vom Chor auf die Kanzel, die 1616 vom Liestaler Tischmacher Peter Baschin angefertigt wurde. Ihr einfacher, polygonaler Korpus ist bunt gefasst und mit seiner Rundbogenmalerei noch im Stil der Spätrenaissance gehalten. Auf der anderen Chorbogenseite steht ein dreisitziges Gestühl aus dem 17. Jahrhundert.

 

Inneres mit Blick ins Schiff.



Blick in den Chor

Im Chor enden die Kopfstücke der Holzleistendecke in geschnitzten Nasenbogen. Die auf der Südseite vom Chor in den Turm führende Türe weist mit der gefasten und kielbogenförmig schliessenden Leibung in die Erbauungszeit des Chors, dagegen stammt die gegenüberliegende, hochrechteckige Sakristeitüre aus dem 17. Jahrhundert. Ihr reiches Eisenbeschläge mit Dekorationen wie Herzen, Knollen und Drudenfuss scheint hier sekundär verwendet. Im Chor stehen ein alter Pfarrstuhl von 1707, das Guéridon von 1706 und der alte hölzerne Abendmahlstisch aus dem 17. Jahrhundert.

 


 

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