|
Das vom Birsig bis zur Bahnlinie reichende und von einer mannshohen Mauer umschlossene Areal betritt man an der Schlossgasse durch das 1943-1945 leicht zurückversetzte Eingangsportal mit vasenbekrönten Steinpfeilern aus dem 18. Jh. Innerhalb des von hohen Linden, Akazien und Ulmen usw. bepflanzten Grüngürtels liegt das etwa 1 m tiefe vom Birsig gespiesene Wasserhecken, in dessen Mitte sich auf beinahe quadratischer Grundfläche die malerische Baugruppe des turmbewehrten Schlosses erhebt. Der quadratische Grundriss mit den ursprünglich vier Ecktürmen erinnert an einen Burgentypus, der im Burgund, in Savoyen und in der Waadt im 13. Jh. entwickelt wurde.
Die um 1720 entstandene Hauptfassade, das Prunkstück des Deucherschen Landsitzes, begrenzen mittelalterliche Rundtürme, die zu Eckpavillons mit Blechkuppeln auf die Firsthöhe des Frontbaus erniedrigt wurden. Die Mittelachse betont die das Mansarddach durchbrechende Vertikalgliederung des Eingangs. Die unregelmässig angeordneten und verschieden grossen Fenster des Erdgeschosses machen die Einbeziehung der Untergeschosse mittelalterlicher Bauten offensichtlich. Erst die hochrechteckigen Fenster im Obergeschoss der Fassade und der Türme, sowie die dazu symmetrisch angeordneten, giebeligen Dachgauben lassen die barocken Baugedanken durchdringen. Der die Fassade dominierenden Mittelachse hat jeder Bauherr den Stempel seiner Epoche und seines Geistes ausgeprägt. Der älteste Teil, der von Voluten umrahmte, muschelbekrönte Giebelaufsatz aus der Mitte des 17. Jhs. ist ein Element der Oberrheinischen Architektur und erinnert an das von Ludwig von Erlach, einem Dienstkameraden von der Grüns, mit Hilfe Breisacher Bauleute errichtete Schloss Castelen im Aargau. Die stichbogige, in Rustika gekleidete Öffnung und die darüber die Balkenschlitze der Zugbrücke und das Mittelfenster umrahmende Pilastergliederung dagegen verraten die unter Deucher zum Ausdruck gekommene Formensprache der strengen Architektur unter Louis XIV. Das schmiedeiserne Balkongitter und die Vasen über den innern Pilastern schliesslich zeugen vom heimischen Rokoko um 1780.
Im Rundgang um das Schloss herum schliesst sich an der Ostfassade auf gleicher Firsthöhe wie die Hauptfassade der Treppenhaustrakt dem Eckturm an. Ihm folgt der dreigeschossige, von einem gewalmten Mansarddach bedeckte Hauptbau, der zusammen mit dem auf dieser Seite im mittelalterlichen Zustand gebliebenen Eckturm mit Spitzhelm die ganze Schlossanlage überragt. Die ebenfalls symmetrisch angeordneten Fenster dieser Fassade sind im Erdgeschoss tief in die Mauern eingeschnitten. Die Südfassade wirkt wegen der Abtragung der Osthälfte wie ein Torso. Der Hauptbau besass im 18. Jh. auf dieser Seite im Erdgeschoss keine, in den Obergeschossen je zwei Fenster. Die vorhandenen Erdgeschossfenster entstanden 1943 bis 1945. Der anschliessende Torbau unter geschweiftem Dach mit kunstvoll geschmiedetem, drachenförmigem Wasserspeier besitzt ein dem Haupteingang ähnliches, mit Rustika verkleidetes Portal, auf dessen Gesimsmitte ein steinerner Löwe ruht.
Turm- und Mauerringfundamente des einst zweigeschossigen Südostwinkels dienen als Terrasse des Gartenrestaurants. Der allein stehengebliebene Nordteil der Ostfassade lässt im Obergeschoss einen an den Turm gelehnten Erker herausragen, besitzt ebenfalls einen wasserspeienden Drachenkopf und zeigt an der Südseite im Obergeschoss eine rundbogige, zur Zeit Deuchers auf die Mauerringterrasse führende Türöffnung.
Beim Eintritt ins Schloss über den Holzsteg und die rekonstruierte Zugbrücke gelangt man in die Durchfahrt, deren Holzbalkendecke Dekorationsmalereien im Beschlägwerkstil der Mitte des 17. Jhs. zieren. Darunter hängt die Zugvorrichtung der Brücke. Den sich davor weitenden Hof engt der vorstehende Hauptbau ein und lässt die dem Nordtrakt hufeisenförmig angeschlossenen Seitentrakte einen Vorhof bilden. Ihre Fassaden besitzen eine ähnliche Gliederung in der Form von je zwei die Ecken betonenden Achsen, bestehend aus Portal und hochrechteckigem Fenster. Am Treppenhaustrakt bereichern Pilastergliederungen an den Portalen und ein Gesimse mit Löwen die Aufmachung. Der Brunnen zwischen den beiden Portalen entstand 1943-I945 zusammen mit dem Steinrelief von HEINZ FIORESE. Die Fassade des Hauptbaus zeigt eine asymmetrische Fensteranordnung, doch weisen die Fenster die gleiche ornamentale, der Gotik verwandte Hohlkehlenverzierung auf wie diejenigen der Seitentrakte. Rechts des Eingangs ins Restaurant befindet sich eine Nische mit einer Cäsarenbüste. Einer ähnlichen Nische, mit Frauenbüste, begegnet man auf der Breitseite des Vorbaus am rückwärtigen Tor, über welchem ein kunstvolles Rokokobalkongitter mit dem Wenkschen Wappen angebracht ist.
|