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Kunstführer Pfarrkirche Therwil


 

Pfarrkirche St. Stephan in Therwil: St. Anna-Kapelle
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Das Bauwerk

 

Das längsrechteckige Schiff mit den rundbogigen gekehrten Leibungen der Fenster lässt sich vermutlich mittels der Decke im Innern mit der Jahreszahl 1669 datieren. Ob schon vorher hier eine Kapelle stand, ist nicht bekannt. Den erhöhten, quadratischen Chor stiftete 1743 Pfarrer Andreas Gutzwiller, ursprünglich mit Dachreiter und zwei kleinen Glocken. Auf der südlichen Aussenmauer befand sich die Darstellung des Jüngsten Gerichts und des Totentanzes. Im Innern wird der einfache Saal durch einen halbkreisförmigen Triumphbogen von dem zwei Stufen höher liegenden Chor getrennt. Flache Leistendecken schliessen die Räume, im Schiff mit der Inschrift "1669 N.G.". Neben dem Eingang ein polygonales Weibwasserbecken mit Monogramm TSM und Jahreszahl 1700.



Ausstattung


Auf dem Altarblock des Chörleins steht ein hölzernes Barockretabel aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Anstelle des 1743 gestifteten Altarbildes befindet sich darin seit 1964 die Holzfigurengruppe der Anna selbdritt, aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts. Die beiden leuchtertragenden Engel beidseits des Retabels gehören zum Hochaltar und sind somit Werke von JOHANN VIKTOR SCHARPF, um 1680. Im Schiff stehen beidseits des Chorbogens auf Konsolen die Holzfiguren des Antonius von Padua mit Christuskind und der Barbara in wallenden Gewändern mit Kelch, Schwert und Turm, beide aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit Fassungen aus dem 18. Jahrhundert. An der Südwand befindet sich eine kleine Holzfigurengruppe mit Fridolin und dem Totengerippe des Ursus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Gegenüber die Figurengruppe einer eindrucksvollen Pieta mit sitzender Maria, die Christus in ihrem Schoss hält. Das eher konservative, aber ausdrucksvolle Werk stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.


An der Rückwand des Schiffs hängt ein längliches, hölzernes Tafelbild mit Monogramm TSM und Jahreszahl 1700. Rundbogenarkaden mit rosenumrankten Säulen teilen das Bild in drei Szenen: die Heilige Familie in der Schreinerwerkstatt, die Flucht nach Ägypten und die Vermählung von Joseph und Maria. Das dunkeltonige Bild besitzt starke farbliche Akzente und volkstümlich naive Elemente. Dazu gehört auch die seltene Darstellung von Christus in der Schreinerwerkstatt. Rechts davon hängt ein Andachtsbild mit dem Hl. Aloysius in reich geschnitztem Holzrahmen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Ferner im Chor ein Ölbild mit den Vierzehn Nothelfern aus dem 18. Jahrhundert.





St.-Anna-Kapelle. Chor mit Retabel,
am Triumphbogen Antonius von Padua
und Hl. Barbara, Mitte 17. Jh.

 


 

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