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Kunstführer Münchenstein || Dorfplan


 

Münchenstein: Alt-Münchenstein
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Es geht auf eine Siedlung des 12. Jahrhunderts zurück und ist älter als das Schloss. Die Verbindungsstrasse zwischen den beiden ehemaligen Toren trennt das Dorf in zwei Teile. Vom Basler Tor in südlicher Richtung waren die Häuser dem Felshügel entlang aufgereiht, unterbrochen in der Mitte durch die isoliert und schrägstehende ehemalige Zehntentrotte. Unmittelbar neben dem Nordeingang (BasIer-Tor) erhebt sich auf dem unten sichtbaren Felsfundament das einstige dreistöckige Pfarrhaus (Hauptstrasse Nr. 19) aus dem 16. Jahrhundert mit zwei- und dreiteiligen gotisch profilierten Fenstern. Ihm schliessen sich gegen Süden in gleicher Flucht zwei weitere, aber niedrigere Häuser an, ebenfalls aus dem 16. mit gotischen Doppelfenstern (leider in einem bedrohlichen Zustand). An Stelle des Restaurants "Rössli" früher ebenfalls Kleinbauten. Die Zehntentrotte zeichnet sich allein schon durch ihre Dimensionen aus: Auf dem gewaltigen Krüppelwalmdach befinden sich in der Mitte des Firstes ein Uhrengiebel und ein Dachreiter mit Glocke. Die traufständige Strassenfassade zeigt eine asymmetrische Disposition der Fenster. Das grosse Rundbogentor trägt im Scheitel die Jahreszahl 1560 mit darüber angebrachtem erneuertem Wappenschild; ein gleiches Tor nimmt die Mitte der Giebelseite ein. Die westliche Längsfront ist, wie die grossen Rundbogenfenster seitlich des Portals verraten, verändert worden (20. Jahrhundert). Das Bauwerk ist in den letzten Jahren gründlich restauriert worden und dient heute als Versammlungssaal der Bürgergemeinde. Als ursprünglicher Zweckbau beweist die Trotte immerhin die Bedeutung des Rebbaus für Münchenstein.

 

Rechts vom Aufstieg zum Schloss, neben der Trotte, fällt die verwinkelte Häusergruppe auf: das Wohnhaus Nr. 27 mit Rundbogentüre und Staffelfenster. Den Abschluss dieser oberen Reihe bilden Nr. 29 und 31.


Die auf einem halbkreisförmigen leicht abfallenden Plateau unterhalb der Hauptstrasse verteilten Wohnbauten gruppieren sich einerseits um den alten Dorfplatz gegenüber der Trotte, anderseits entlang der Untergasse, die vom Nordeingang schräg nach Westen führt. Nach dem Abbruch der Häuser Nr. 4 und 6 ist ein neuer freier Raum entstanden, der innerhalb der Dorfkernplanung als Grünzone vorgesehen ist, wo auch der alte Dorfbrunnen von 1826 Aufstellung finden wird. Im sogenannten Winkel gibt es einige reizvolle Häuser, während das Haus Nr. 8 durch seine Ausbauten den architektonischen Rahmen des Platzes sprengt.


Ehemaliges Zehntenrotte im Dorf, 1560

 

An der Untergasse sind einzelne Wohnbauten erhalten geblieben, die für das 16. und I7. Jahrhundert typisch sind, wenn auch die einstigen Fachwerkkonstruktionen selten anzutreffen sind. Die unregelmässige Anordnung der Kleinbauten entspricht der mittelalterlichen Anlage. Als Beispiele für die mit der Giebelseite gegen Süden gerichteten Häuser mit weit heruntergezogenen Satteldächern - vereinzelt mit gotischen und barocken Fenstern -nennen wir Nr. 16. und 20. Da in der Regel Scheunentore fehlen, ist anzunehmen, dass es sich in Münchenstein ursprünglich um Wohnhäuser von Reb- und Kleinbauern gehandelt hat.

 

Die Häuser südlich ausserhalb des alten Dorfkerns längs der Hauptstrasse nach Arlesheim sind in der Hauptsache aus Steinmaterial des abgebrochenen Schlosses nach 1800 errichtet worden (Ausnahme Hauptstrasse Nr. 37 von 1688).


Das ehemalige Schlösschen Gstad (Schlössligasse 4), einst isoliert, mit einem ummauerten Hofbezirk, heute in verbauter Umgebung und zum Teil stark verändert (ehemals offene Laube), war wohl der älteste Bau in der Talsohle zwischen Birs und Dorf. Der Ausbau als Landgut mit Rundbogentor und Nebenbauten erfolgte 1663. Damals hatte der Zunftmeister Joh. Jakob Burckhardt den um 1532 errichteten Hauptbau erworben, wie ein Allianzwappen an einem Laubenpfosten beweist. Übriggeblieben ist das zweistöckige Wohnhaus unter einem Krüppelwalmdach, ausgezeichnet durch Firstreiter, Windrose und Wetterfahne. Gegen die Strassenseite fällt der polygonale Treppenturm mit Fachwerkkonstruktion in Dachhöhe auf. Die im Obergeschoss vorgefundenen Wandmalereien in Grisaille sind zeitgenössische Kopien nach den Kupferstichen aus der Bibel von Matthäus Merian von 1630.

 


 

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