Medieninformationen | |
Medienmitteilung des Regierungsrats vom 10. November 2000 | |
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Ein Jahr nach dem Schliessungsentscheid von ADtranz: Gute Chancen für Erhalt der Arbeitsplätze in Pratteln
Am 12. November 1999 gab der ADtranz-Konzern seine Absicht bekannt, seine Produktionsstätten in Pratteln und Oerlikon mittelfristig zu schliessen. Der Regierungsrat nimmt den bevorstehenden Jahrestag zum Anlass für eine kurze Standortbestimmung. Er stellt heute mit Genugtuung fest, dass es dank des kreativen Einsatzes vieler beteiligter Kreise nicht zuletzt der Geschäftsleitung von ADtranz Schweiz innert dieses Jahres gelungen ist, den drohenden Arbeitsplatzverlust zu verhindern. Die Chancen stehen heute gut, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ADtranz-Werkes Pratteln wenn auch zum Teil in anderen Tätigkeitsgebieten weiter beschäftigt werden können.
Der Regierungsrat hat mit dem Ziel, eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur im Kanton zu erhalten von Anfang an entschlossen darauf hin gearbeitet, den Industriestandort Pratteln und die traditionsreiche Rollmaterialbranche so weit wie immer möglich zu erhalten. Er hat darum alle Bemühungen unterstützt, zumindest einen Teil der ADtranz-Aktivitäten zu sichern. Daneben hat er aktiv mitgeholfen, zukunftsträchtige Nachfolgefirmen aus verwandten Produktionsbereichen heranzuziehen bzw. zu gründen. Im weiteren hat er die Schweizerischen Bundesbahnen dazu gewonnen, ihre nicht unbeträchtliche Marktmacht ins Spiel zu bringen.
Im vergangenen Frühjahr zeitigten die auf verschiedenen Ebenen laufenden intensiven Bemühungen und Verhandlungen erste Erfolge: Im April gründete ADtranz das "Future Team" mit dem Auftrag, die diversen Ansätze zur Realisierung alternativer Lösungen im Rail- wie im Non-Rail-Bereich zu vernetzen und zu konkretisieren. Im Mai wurde die Nachfolge-Organisation RailTech AG gegründet und die holländische Redevelopment- und Investment-Gesellschaft "Business Creation" erhielt den Auftrag, zu prüfen, ob über das Projekt RailTech hinaus weitere Arbeitsplätze mit Aktivitäten inner- und ausserhalb des Bahntechnikbereiches erhalten werden können.
Am 4. August 2000 gab DaimlerChrysler seine Absicht bekannt, den ADtranz-Konzern an Bombardier zu verkaufen. Die definitive Übernahme dürfte im 1. Quartal 2001 erfolgen, wenn die Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörde vorliegt. Die Restrukturierungsmassnahmen werden in der Zwischenzeit durch ADtranz unverändert weitergeführt.
Am 14. September unterzeichneten ADtranz und Business Creation ein Memorandum of Understanding, worin das holländische Unternehmen seine Bereitschaft erklärt, die als Folge der Restrukturierung frei werdenden Ressourcen personell und im Bereich der Infrastruktur in Pratteln und Oerlikon zu übernehmen. Die günstige Beurteilung der Chancen des Werkes Pratteln durch Business Creation wertet der Regierungsrat als klares Indiz für die hohe Standortqualität des Kantons Basel-Landschaft.
Während des vergangenen Jahres stand dem Regierungsrat in der Person von Paul Messmer, ehemaliger Delegierter des Verwaltungsrates der Baselland Transport AG, ein ausgewiesener Experte der Bahntechnikbranche zur Seite. Er kann in der derzeitigen Situation von seinem Mandat entbunden werden. Der Regierungsrat dankt Paul Messmer herzlich für seinen grossen Einsatz und die hervorragenden Verdienste, die er sich im Zusammenhang mit der Lösung der ADtranz-Krise erworben hat.
Der Regierungsrat ist sich bewusst, dass die Bemühungen um den definitiven Erhalt der ADtranz-Arbeitsplätze noch nicht abgeschlossen sind. Die Zielsetzung des Regierungsrates bleibt deshalb auch in Zukunft unverändert: Er wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Sicherung der Arbeitsplätze und ein Weiterbestehen des Industriestandortes Pratteln einsetzen. Die Task Force Basel-Landschaft bleibt deshalb bis auf weiteres in Bereitschaft.
Liestal, 10. November 2000
Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft
Auskünfte: Regierungsrat Erich Straumann, Tel. 061 925 56 03 (Sekretariat)
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