03.02.2010

Konzept für risikoarme Erdwärmenutzung

Die Nutzung der Erdwärme als alternative Energiequelle hat eine zunehmende Bedeutung. Um diese Entwicklung zu unterstützen und gleichzeitig die geologischen Risiken und eine Grundwassergefährdung auszuschliessen, hat das Amt für Umweltschutz und Energie ein Erdwärmenutzungskonzept erarbeitet. Künftig sollen Erdwärmesonden auch in dicht besiedelten Gebieten unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein. Fachleute des Amtes für Umweltschutz und Energie (AUE) haben das Konzept gestern einem interessierten Fachpublikum vorgestellt.

Die bisherige Bewilligungspraxis hat sich lediglich am Grundwasserschutz orientiert. Vielen Hausbesitzern blieb bisher der Bau einer Erdwärmesonde verwehrt, weil sich die wichtigen Grundwasservorkommen meist in den Tälern befinden, wo auch am meisten Leute wohnen. Das Amt für Umweltschutz und Energie sieht nun vor, auch in Siedlungsgebieten, wo im Untergrund keine geologischen Risiken schlummern und es keine Konflikte mit dem Grundwasserschutz gibt, Erdsonden zuzulassen. Dort hingegen, wo Probleme im Untergrund auftreten können, sollen in Zukunft keine Bohrungen mehr stattfinden dürfen. Insgesamt kann somit das Potential der oberflächennahen Erdwärmenutzung ausgeschöpft und gleichzeitig können die Risiken minimiert werden.

Erdsonden gehören heute zu den alternativen Energienutzungen und werden deshalb vom Kanton Basel-Landschaft finanziell gefördert. Um die Erdwärme zu nutzen, wird in  eine Tiefe von 100 bis 200 m gebohrt. In der Regel ergeben sich durch die Bohrungen keine Probleme. Werden jedoch geologisch heikle Schichten getroffen, kann es zu grossen Schäden wie Wasseraustritten, Versiegen von Quellen, Geländeabsenkungen oder Gasaustritten kommen. Die Bohrungen können auch zu Nutzungskonflikten im Untergrund, zum Beispiel beim Bau von Tunnels führen.

Das Erdwärmenutzungskonzept ist unter www.bl.ch (Grundwasser --> Produkte) einsehbar.

BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Kommunikation

Für Rückfragen:
Dr. Adrian Auckenthaler, Amt für Umweltschutz und Energie,
Leiter Ressort Gewässer und Altlasten, Tel. 076 362 09 36

Liestal, 3. Februar 2010

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