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03.12.2008
PISA 2006: Resultate des Kantons Basel-Landschaft | ||
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Im internationalen Vergleich hat die Schweiz bei Pisa 2006 gut abgeschnitten. In allen drei getesteten Fachbereichen liegen die erreichten Mittelwerte über dem OECD-Durchschnitt. Das für die Schweiz typische Muster „sehr gut in Mathematik, gut in den Naturwissenschaften und etwas weniger gut in Lesen“ zeigt sich auch im Kanton Basel-Landschaft. Pisa 2006 stellt der öffentlichen Schule im Kanton Basel-Landschaft am Ende der obligatorischen Schulzeit alles in allem ein gutes Zeugnis aus. Gleichzeitig weisen die relativ grosse Gruppe an Jugendlichen mit sehr tiefen schulischen Leistungen (11 bis 15 %), die beträchtlichen Überschneidungen in den Leistungsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zwischen den drei Abteilungen an der Sekundarschule sowie deren eher nur gering vorhandenes Interesse an Naturwissenschaft und Technik auch auf Schwachstellen im kantonalen Bildungssystem hin. Der Handlungsbedarf, der sich aus dem Bericht „PISA 2006: Porträt des Kantons Basel-Landschaft“ ableiten lässt, stimmt im Wesentlichen mit den Schlussfolgerungen überein, die der Regierungsrat im Bildungsbericht 2007 für die Qualitätsverbesserung der „guten Schule Baselland“ gezogen hat. Die entsprechenden Entwicklungsaufgaben sollen, wie im Bildungsbericht dargelegt, bei der Umsetzung des HarmoS- und Sonderpädagogik-Konkordats und in enger Kooperation mit den Kantonen Aargau, Basel-Stadt und Solothurn angegangen und gelöst werden. Die Mittelwerte der Leistungen der Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen im Kanton Basel-Landschaft liegen in den Naturwissenschaften und im Lesen leicht über und in der Mathematik leicht unter dem Mittelwert der Deutschschweiz. Die für die gesamte Schweiz geltende Abstufung „sehr gut in Mathematik, gut in den Naturwissenschaften und etwas weniger gut im Lesen“ gilt auch für den Kanton Basel-Landschaft, wobei die Ergebnisse in der Mathematik nicht ganz so gut sind wie in den meisten übrigen Kantonen der Deutschschweiz. Im Vergleich zu anderen Kantonen der Deutschschweiz müssen die Ergebnisse des Kantons Basel-Land-schaft aufgrund des Anteils der fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler nicht relativiert werden. Die Leistungsdifferenzen zu Kantonen mit einer grösseren oder kleineren Heterogenität sind zu gering, als dass die gemessenen Unterschiede auf besondere soziale und kulturelle Belastungsfaktoren im Kanton Basel-Landschaft zurückzuführen wären. Pisa teilt die Leistungen der Schülerinnen und Schüler verschiedenen Kompetenzstufen zu. Diese Stufen beschreiben, wie das Testergebnis einer Schülerin oder eines Schülers zu interpretieren ist. Von besonderem Interesse ist dabei, wie gross der Anteil von Schülerinnen und Schülern ist, die am Ende der obligatorischen Schulzeit nicht denjenigen Leistungsstand erreichen, der für einen reibungslosen Übergang in die Berufsbildung oder in die weiterführenden Schulen auf der Sekundarstufe II wünschenswert ist. Zieht man die Kompetenzmessung von Pisa 2006 als Massstab herbei, so gehören im Kanton Basel-Landschaft im Lesen 15 %, in den Naturwissenschaften 12 % und in der Mathematik 11 % zu diesen von Pisa als Risikogruppe zusammengefassten Schülerinnen und Schülern. Im Lesen und in der Mathematik entsprechen diese Prozentanteile dem Durchschnittswert der Deutschschweiz, in den Naturwissenschaften liegt der Anteil um zwei Prozentpunkte darunter. Eine Aufteilung nach den Niveaus an der Sekundarschule zeigt, dass der Anteil an Risikoschülerinnen und -schülern beim Niveau A mit 34 % im Lesen, 31 % in den Naturwissenschaften und 26 % in der Mathematik verhältnismässig gross ist. Beim Niveau E liegen diese Anteile deutlich tiefer (Lesen: 7 %, Naturwissenschaften: 4 %, Mathematik: 5 %) und beim Niveau P gibt es beinahe keine Schülerinnen und Schüler mehr, die der Risikogruppe angehören. Im deutschschweizerischen Durchschnitt erreichen bei PISA 2006 im Lesen 8 %, in den Naturwissenschaften 11 % und in der Mathematik 23 % der Schülerinnen und Schüler gute und sehr gute Leistungen. Im Kanton Basel-Landschaft sind es im Lesen 9 % (1 Prozentpunkt mehr), in den Naturwissenschaften 13 % (2 Prozentpunkte mehr) und in der Mathematik 22 % (ein Prozentpunkt weniger). Die Aufteilung nach Niveaus zeigt, das die Gruppen mit guten und sehr guten Leistungen vorwiegend Klassen des Niveaus P besuchen (Lesen: 28 %, Naturwissenschaften: 35 %, Mathematik: 56 %). Bereits wesentlich geringer sind die Prozentanteile der Schülerinnen und Schüler mit den höchsten Kompetenzstufen auf dem Niveau E (Lesen: 5 %, Naturwissenschaften: 7 %, Mathematik: 14 %). Auf dem Niveau A erreichen einzelne Schülerinnen und Schüler ein hohes Leistungsniveau. Auch im Kanton Basel-Landschaft führt der Übertritt von der Primar- zur Sekundarschule zumindest für die Schülerinnen und Schüler im mittleren Leistungsbereich zu keiner trennscharfen Einteilung in die drei Anorderungsniveaus A, E und P. So erreichen beispielsweise am Ende der obligatorischen Schulzeit rund 10 % der Schülerinnen und Schüler des Niveaus A Leistungen in den Naturwissenschaften, in der Mathematik oder im Lesen, die über dem Mittelwert der Leistungen der Schülerinnen und Schüler des Niveaus E liegen. Einen entsprechenden Überlappungsbereich gibt es auch zwischen den Schülerinnen und Schülern der Niveaus E und P. Schliesslich gibt es Schülerinnen und Schüler des Niveaus A, die bei Pisa 2006 besser abgeschnitten haben als ein Teil der Schülerinnen und Schüler des Niveaus P. Angesichts dieser Überschneidungen hätten im Jahr 2006 leistungsstärkere Niveau-A-Schülerinnen und -Schüler auch eine Klasse des Niveaus E und leistungsschwächere Niveau-E-Schülerinnen und -Schüler ebenso eine Klasse des Niveaus A besuchen können. Genauso verhält es sich zwischen den beiden Niveaus E und P. Problematisch an diesem Befund ist, dass das besuchte Niveau an der Sekundarschule für die weitere Schul- und Berufslaufbahn der Heranwachsenden zwar nicht das einzige, gleichwohl aber ein zentrales Entscheidungskriterium darstellt. Schülerinnen und Schüler aus einem tieferen Niveau können daher gegenüber Schülerinnen und Schülern aus einem höheren Niveau bei gleichen Leistungen und Fähigkeiten benachteiligt sein. Im Kanton Basel-Landschaft liegt das durchschnittliche Interesse an naturwissenschaftlichen Themen unterhalb des Mittelwerts der Deutschschweiz. Geschlechtsspezifische Unterschiede fallen nur wenig ins Gewicht. Die Motivation der Schülerinnen und Schüler, eine naturwissenschaftliche Berufs- oder Studienwahl zu treffen, ist im Kanton Basel-Landschaft vergleichsweise hoch und liegt über dem Mittelwert der Deutschschweiz, verglichen mit dem Ausland bzw. dem OECD-Mittelwert ist die Motivation wie in der ganzen Schweiz jedoch tief. Ferner zeigt sich, dass die naturwissenschaftlichen Interessen ebenso wie die Absicht, allenfalls eine Berufslehre oder ein Studium im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu ergreifen, mit dem besuchten Anforderungsniveau an der Sekundarschule ansteigen. Bei den Schülerinnen und Schülern des Niveaus P sind sie deutlich höher als bei denjenigen der Niveaus E und A. Ferner beurteilen sich die Schülerinnen und Schüler im nationalen Vergleich als eher wenig vertraut mit Umweltthemen und die Einschätzung ihres Verantwortungsbewusstseins für eine nachhaltige Entwicklung ist so tief wie in keinem anderen Kanton. Die Vertrautheit mit Umweltthemen ist bei den Knaben höher als bei den Mädchen, hingegen gibt es zwischen den beiden Geschlechtern keinen Unterschied in Bezug auf das eigene Engagement für die Nachhaltigkeit. Auch hier zeigt sich die Tendenz, je höher das besuchte Anforderungsniveau ist, desto intensiver setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Fragen der Umwelt und Nachhaltigkeit auseinander. Vorauszuschicken ist, dass die Leistungsmessungen bei Pisa 2006 auf der Grundlage des alten Lehrplans und der alten Stundentafel für die Sekundarschule durchgeführt worden sind. Die Ergebnisse sagen demzufolge nichts darüber aus, ob und in welchem Umfang durch die Einführung des neuen Stufenlehrplans mit verbindlicheren Lernzielvorgaben und einer neuen Stundentafel die Wirksamkeit des Unterrichts in Bezug auf die zu erreichenden Leistungen der Schülerinnen und Schüler verbessert worden ist. Ziel der Lehrplanrevision war allerdings eine solche Qualitätsverbesserung.
Liestal, den 3. Dezember 2008 |
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