Seit langem wird über die Herkunft der Grundwasserbelastungen im Hardwald diskutiert. Die neusten Untersuchungen des Amtes für Umweltschutz und Energie BL geben nun erstmals ein schlüssiges Bild der Schadstoffverteilungen im Raum Muttenz seit 1950 bis heute. Unter den gegenwärtigen Bedingungen der Grundwasseranreicherung und –entnahme kann kein Abstrom aus den Deponien zu den Trinkwasserbrunnen festgestellt werden.
Die Untersuchung der Schadstoffverteilungen im Grundwasser im Raum Muttenz ist äusserst komplex. Das Grundwasser fliesst in zwei unterschiedlichen Gesteinsschichten und die Grundwasserfliessrichtung hat im Laufe der Zeit durch den Aufstau des Rheins bei Birsfelden und die Anreicherung von Grundwasser im Hardwald komplett geändert.
Dank den umfangreichen Grundwasseranalysen und dem Aufbau eines dreidimensionalen Grundwassermodells sind die Strömungsverhältnisse des Grundwassers heute wesentlich besser bekannt als noch vor zwei Jahren. Nun liegen die Abschlussberichte, die an der Medienorientierung vom 24. Juni 2009 angekündigt worden waren, vor. Fazit:
- Vor 1954 floss belastetes Grundwasser aus den Deponien Feldreben, Margelacker und Rothausstrasse Richtung Norden in den Hardwald. Die Nutzungsänderung des Grundwassers hat zu einer Verschleppung und grossräumigen Verteilung der Schadstoffe geführt.
- Heute kann dank der Grundwasseranreicherung (Grundwasserberg) kein Abstrom von den Deponien in den Hardwald festgestellt werden. Die Grundwasseranalysen und die Grundwassermodellierung liefern dazu ein übereinstimmendes Bild.
- Die heute im Trinkwasser festgestellte Schadstoffbelastung stammt aus dem in den 1950er Jahren durch den Deponieabstrom verunreinigten Untergrund. Die früheren Belastungen des Rheins haben den Grundwasserstrom nur zu einem geringen Anteil verunreinigt. Die vollständige Entfernung der heutigen Spurenstoffe im Grundwasser wird noch Jahrzehnte dauern.
- Mit dem Grundwassermodell verfügt das AUE über die notwendigen Grundlagen, um zukünftige Massnahmen, wie z.B. die Sicherungsmassnahmen im Fall der Sanierung der Deponie Feldreben, planen zu können.
- Der Grundwasserberg und die Trinkwasseraufbereitung (Aktivkohle) sind die richtigen Massnahmen zur raschen Sicherung der Trinkwasserqualität.
Die vollständigen Berichte können unter Publikationen heruntergeladen werden.
(www.aue.bl.ch > Grundwasser > Publikationen)
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Kommunikation
Für Rückfragen:
Dr. Adrian Auckenthaler, Amt für Umweltschutz und Energie, Leiter Ressort Gewässer und Altlasten, Tel. 076 362 09 36
Liestal, 16. September 2009