17.08.2010

Kontrolle Rückführung Benzindämpfe an Tankstellen: 25 Prozent mangelhaft

Das Lufthygieneamt beider Basel (LHA) kontrolliert zurzeit die Rückführsysteme für Benzindämpfe an Tankstellen. Von bislang 30 überprüften Tankstellen erfüllen rund 25 Prozent die erforderlichen Grenzwerte nicht. Dies widerspiegelt den gesamtschweizerischen Trend.

Beim Betanken eines Fahrzeugs entweichen - bei fehlender oder nicht funktionstüchtiger Benzingasrückführung - die Benzingase in die Atmosphäre. Pro Liter Benzin wird so ein Liter Benzingas emittiert; dies entspricht 1g flüchtiger organischer Verbindungen (VOC). Dasselbe findet beim Befüllen des Tankstellentanks durch Tanklastwagen statt.

Die Gasrückführung oder Gaspendelung bezweckt, dass die Benzingase statt in die Atmosphäre ausgeblasen in den leer werdenden Tank zurückgeführt werden. Vor der Sanierung der Tankstellen in den 90er Jahren wurden jährlich rund 650 Tonnen VOC durchs Betanken freigesetzt; dies entsprach rund 3% der Gesamtemissionen. Heute sind sämtliche Tankstellen mit Gasrückführungen ausgerüstet. Bei leicht gestiegenem Benzinumsatz werden im 2010 rund 60 Tonnen VOC emittiert (1% der Gesamtemissionen).

Kontrolle von Tankstellen
Die Verminderung der Benzinemissionen um mehr als 90% setzt voraus, dass die Gasrückführungssysteme einwandfrei funktionieren, regelmässig gewartet und überprüft werden. Die Tankstellenkontrolle in BL und BS umfasst drei wichtige Elemente zu dieser Zielerreichung:

  • Der AGVS (Autogewerbeverband Schweiz) führt periodische Kontrollen durch. Die Kontrollintervalle liegen bei 2 bis 3 Jahren. Mängelbehebungen werden durch den Tankstellenbetreiber veranlasst. Dieses (private) Eigenkontrollsystem bedingt die Wahrnehmung hoher Eigenverantwortung durch die Betriebe.
  • Das LHA (Lufthygieneamt) setzt Sanierungen und Mängelbehebungen bei Versäumnissen oder Vernachlässigung der eigenverantwortlichen Wartung durch.
  • Das LHA führt eigene unangemeldete Stichprobenkontrollen durch.

 

Bislang sind 30 Tankstellen - von rund 300  in BL und BS - gemessen worden; bei 25% sind Grenzwertüberschreitungen festgestellt worden. Mangelhafte Systeme werden umgehend beanstandet. Die Messungen werden bei den restlichen Tankstellen weitergeführt, da Mängel sofort erkannt und behoben werden können und andererseits in direktem Kontakt auf die Betriebe Einfluss genommen werden kann.

Gleichzeitig werden wichtige Erkenntnisse gewonnen, wie die Tankstellenkontrolle und der Vollzug zu gestalten sind, damit die erfreulichen Ergebnisse früherer Jahre - nämlich Beanstandungsquoten < 10% - wieder erreicht werden können.

Massnahmen zur Ozonbekämpfung und Emissionen
Die für die Ozonbildung verantwortlichen Stickoxide (NOx) und VOC entstehen bei der Verbrennung von Brenn-, Treibstoffen oder Abfällen oder beim Verdunsten von Benzin, von Lösemitteln in Farben und Reinigungsmitteln und in der chemischen Produktion.

Seit den 90er Jahren konnte durch verschiedene technische Massnahmen der Jahresausstoss von NOx  und VOC bis heute (für NOx von 8’000 Tonnen auf 4’000 Tonnen, für VOC von knapp 20'000 auf 5’000) um 50-75% vermindert werden. Wesentliche Massnahmen waren die Einführung des Katalysators bei den PWs, Abluftverbrennungs- und Reinigungsanlagen bei industriellen und Feuerungsanlagen und Lösemittel- / Benzinrückgewinnungsanlagen. (s. Abbildungen 3, 4)

Übermässige Ozonbelastung im Sommer
Die Ozonbelastung liegt nach wie vor hauptsächlich in den Sommermonaten in der ganzen Region über dem Grenzwert. (siehe Abbildung 2) Ozon wird nicht direkt emittiert sondern entsteht aus Stickoxiden (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen bildet sich aus diesen Vorläuferschadstoffen Ozon. Deshalb werden die höchsten Ozonkonzentrationen in den Nachmittagen von Mai bis September gemessen.

Umgekehrt wird aber auch Ozon durch Stickoxide wieder abgebaut, wenn die Sonneneinstrahlung als Antrieb fehlt. Deshalb sinkt die Ozonkonzentration vor allem in den Siedlungen im Laufe der Nacht wieder stark ab. (s. Abbildung 1).

Auswirkungen der Luftverschmutzung
Die übermässige Schadstoffbelastung der Luft führt zu Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit. Die Folge davon sind Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems und der Atemwege. Die kurzfristigen Folgen starker Smogepisoden sind schon mehrere Jahrzehnte bekannt: Parallel mit der Schadstoffbelastung nimmt die Zahl der Todesfälle und der Spitaleintritte wegen Herz- und Lungenkrankheiten zu oder ab.

Zudem werden Schäden an der Umwelt sowie Ertragsverluste in der Landwirtschaft mit entsprechenden wirtschaftlichen Konsequenzen festgestellt.

> Präsentation

Für Rückfragen:
Andrea von Känel, Lufthygieneamt beider Basel, Leiter Industrie&Gewerbe, Tel. 061 552 62 29

Liestal, 17. August 2010

Bitte haben Sie einen Moment Geduld, die Daten werden aufbereitet.