Umgang mit Kältemitteln „Freon“

Als Kältemittel bezeichnet man Stoffe oder Stoffgemische, die als Medium zur Wärmeübertragung in Kälteaggregaten von Anlagen und Geräten (z.B. Kälteanlagen in Industrie und Gewerbe, Klimageräte, Wärmepumpen) eingesetzt werden.
 

  • Man unterscheidet synthetische und natürliche Kältemittel. Zu den synthetischen Kältemittel zählen ozonschichtabbauende Stoffe und sog. in der Luft stabile Stoffe (synthetische Treibhausgase). Die synthetischen Kältemittel bezeichnet man auch als Freon, oder chemisch als Halogenkohlenwasserstoffe.

  

  

  • Bei den ozonschichtabbauenden Stoffen dürfen einzig noch recyklierte HFCKW (Teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe, z.B. recykliertes R22) als Servicekältemittel in Anlagen oder Geräten verwendet werden, aber
    Verwendung nur bis Ende 2014 erlaubt.

  

  • In der Luft stabile Stoffe dürfen in Anlagen und Geräten verwendet werden, wenn gemäss Stand der Technik keine Ersatzstoffe verfügbar sind und Massnahmen zur Vermeidung von Emissionen soweit als möglich getroffen werden, aber
    Bewilligungspflicht für Stationäre Anlagen und Geräte mit mehr als 3 kg in der Luft stabilem Kältemittel.

  

  • Natürliche Kältemittel haben nur geringe Umweltauswirkungen, deren Einsatz in Anlagen stellt jedoch sicherheitstechnisch höhere Anforderungen.
    Zu den natürlichen Kältemitteln zählen
    • Ammoniak (R717)
    • Kohlendioxid (R744)
    • Kohlenwasserstoffe, z.B. Propan (R290), Isobutan (R600a)

  

 
 
Fachbewilligungspflicht
Gemäss den Bestimmungen der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV, SR 814.81) über die Ausübung bewilligungspflichtiger Tätigkeiten ist der Umgang mit Kältemitteln nur Personen erlaubt, die im Besitz der entsprechenden Fachbewilligung oder eines als gleichwertig anerkannten Ausweises sind, oder von einer solchen Person angeleitet werden.
Als bewilligungspflichtige Tätigkeit gilt der beruflich-gewerbliche Umgang mit Kältemitteln beim Herstellen, Installieren, Warten oder Entsorgen von Geräten oder Anlagen, die der Kühlung, Klimatisierung oder Wärmegewinnung dienen, wie z.B:

  • Befüllen von Anlagen oder Geräten mit Kältemittel bei der Herstellung, Installierung oder Inbetriebnahme
  • Wartungsarbeiten an Anlagen und Geräten, bei denen Kältemittel nachgefüllt oder entnommen wird
  • Klimaservice von Autoklimaanlagen
  • Entleeren von Anlagen oder Geräten bei der Ausserbetriebnahme oder Entsorgung

    

  • Pro Betrieb muss mindestens eine Person im Besitz der erforderlichen Fachbewilligung sein. Diese Person ist für die fachgerechte Ausführung der Arbeiten verantwortlich. Für den Umgang mit Kältemitteln in Anlagen und Geräten ausserhalb des Betriebes (z.B. Wartungsarbeiten), muss mindestens eine Fachbewilligungsinhaberin oder ein Fachbewilligungsinhaber vor Ort anwesend sein.

  

  • Kältemittel dürfen für den Umgang mit Geräten oder Anlagen, die der Kühlung, Klimatisierung oder Wärmegewinnung dienen, nur an Empfängerbetriebe abgegeben werden, die im Besitz der erforderlichen Fachkenntnis sind (mindestens eine Fachbewilligungsinhaberin oder ein Fachbewilligungsinhaber pro Betrieb).
    Nicht fachbewilligungspflichtig ist die Annahme von Kältemittelabfällen für die Zwischenlagerung oder Weitergabe zur Entsorgung oder Wiederverwendung, sowie das Entsorgen oder Recyclieren der Kältemittel selbst.

  

  • Wer im Besitz einer Fachbewilligung ist, muss sich regelmässig über die beste fachliche Praxis informieren und sich weiterbilden.

  

 
 
Die Fachbewilligung für den Umgang mit Kältemitteln in Geräten und Anlagen kann erworben werden:

  

 
Weitere Informationen über die Fachbewilligungspflicht beim Umgang mit Kältemitteln siehe:
> Merkblatt A17 "Umgang mit Kältemitteln".
> Fachbewilligungen-Information des Bundesamtes für Umwelt

Adresse

Amt für Umweltschutz und Energie

Rheinstrasse 29

Postfach

4410 Liestal

 

Tel. 061 552 55 05

Fax 061 552 69 84

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