![]() Stellenwert der Energie in der Raumplanung Zahlreiche raumwirksame Tätigkeiten haben einen direkten oder indirekten Einfluss auf den Energieverbrauch der Gesellschaft. Beispielsweise bestehen ein enger Zusammenhang zwischen der Siedlungsstruktur und dem Verkehrsaufkommen bzw. dem damit zusammenhängenden Energieverbrauch. Immer häufiger wird deshalb der Aspekt Energie bei der Raumplanung berücksichtigt. Entsprechende Handlungsspielräume bestehen auf Ebene Bund, Kanton und Gemeinden.
Energie im Raumkonzept Schweiz Der Bund hat das Thema Energie im "Raumkonzept Schweiz" als eine der wichtigen Herausforderungen in der Raumentwicklung eingestuft. Nach seiner Auffassung ist die Raumplanung gefordert, massgeblich zu einer Senkung des Ressourcenverbrauchs beizutragen und die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Energien zu reduzieren. Hierbei gelte es auch, die erheblichen räumliche Auswirkungen der Förderung alternativer Energiequellen sowie der erforderlichen Netzinfrastruktur zu berücksichtigen.
Energie in der kantonalen Richtplanung Der kantonale Richtplan legt die Grundzüge der räumlichen Entwicklung im Kanton fest und zeigt auf, wie die raumwirksamen Tätigkeiten von Bund, Kanton und Gemeinden im Kantonsgebiet aufeinander abgestimmt werden. Er enthält unter anderem auch Planungsgrundsätze im Bereich der Energie, der elektrischen Übertragungsleitungen, der Rohrleitungen für die Erdgasverteilung und der Windenergieanlagen (vgl. Objektblätter VE2.1 bis VE2.4). Die Planungsgrundsätze in den genannten Objektblättern bezwecken vorab einen rationellen Einsatz der Energie, die Nutzung der einheimischen erneuerbaren Energien und gleichzeitig eine möglichst hohe Versorgungssicherheit. In den Planungsanweisungen sind konkrete Aufgaben festgehalten, die der Kanton in den genannten Bereichen wahrzunehmen hat. So sind beispielsweise die potenziellen Standorte für Kleinwasserkraftwerke zu ermitteln und eine Karte für die Nutzung der Geothermie zu erstellen. Die Beschlussinhalte des kantonalen Richtplans sind für alle Behördenstufen verbindlich.
Energie im geografischen Informationssystem GIS BL Im kantonalen geographischen Informationssystem GIS sind momentan folgende energierelevanten Daten zugänglich: - Wärmeverbünde (und Abwärmequellen) - Inhalte des Richtplans (siehe oben)
Energie in der kommunalen Ortsplanung Die Gemeinden können mit ihrem raumplanerischen Instrumentarium günstige Rahmenbedingungen für den rationellen Energieeinsatz, die Nutzung der erneuerbaren Energien und die Nutzung lokaler Abwärmequellen schaffen. Möglich sind z.B. eine Energiesachplanung, der Einbau von energierelevanten Bestimmungen in einem kommunalen Richtplan, in Zonen- und Quartierplanvorschriften oder in der Erschliessungsplanung. Im Leitfaden Energie in der Ortsplanung haben das Amt für Raumplanung, das Amt für Umweltschutz und Energie sowie die Öffentliche Baselbieter Energieberatung dazu viele nützliche Informationen zusammengestellt.
Energiesachplanung In einer Energiesachplanung verschaffen sich die Gemeinden eine Übersicht über die Potenziale (u.a. Abwärme, erneuerbare Energieträger), vorhandene Wärmeverbünde sowie die zu erwartende Entwicklung des Wärmeverbrauchs auf ihrem Gebiet. Ausgehend von einer Prioritätenliste für die verschiedenen Energieerzeugungstechnologien zeigt der Energiesachplan üblicherweise räumliche Prioritätsgebiete, Möglichkeiten zur Energieerzeugung auf dem Gemeindegebiet und konkrete Massnahmen zur Nutzung der vorhandenen Potenziale auf (z.B. Erweiterung bestehender Wärmeverbünde). Auch wenn ein Energiesachplan nur für die Behörden, nicht aber für die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer verbindlich ist, stellt er doch ein gutes Mittel dar, um energierelevante Vorhaben in einer Gemeinde zu koordinieren und mit strategischer Weitsicht optimal aufeinander abzustimmen. Im Kanton Basel-Landschaft verfügen die Gemeinden Muttenz, Arlesheim und Pratteln bereits über einen Energiesachplan.
Unter dem Titel "Räumliche Energieplanung, Werkzeuge für eine zukunftstaugliche Wärmeversorgung" bietet EnergieSchweiz für Gemeinden auf der Internetseite von Energiestadt in diesem Zusammenhang acht Umsetzungsmodule an. |
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