6. Rückblick und Folgerungen |
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> Massnahmenplan Abfallvermeidung || Amt für Umweltschutz und Energie |
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6.1 Der ‚Massnahmenplan' und was daraus geworden ist | ||
Mit dem Projekt ‚Massnahmenplan Abfallvermeidung' haben die beiden Kantone BS und BL weitgehend Neuland betreten, und es ist daher nicht verwunderlich, dass die einzelnen Teilprojekte unterschiedlich erfolgreich waren. | Ein Wagnis | |
Ganz zentral war dabei zumindest für die Projekte BL, ob es gelang, motivierte Projektpartner zu finden und deren Engagement über eine längere Dauer hinweg zu erhalten. Weder die Fachleute der Verwaltung, noch die zugezogenen Beratungsbüros können "Abfälle vermeiden" - dies können nur diejenigen, welche über Art und Umfang der Ressourcennutzung entscheiden! Allerdings fehlt diesen oft die Zeit und der Anstoss, um ihre Arbeit wieder einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten und systematisch auf Verbesserungsmöglichkeiten zu überprüfen. | engagierte | |
Dass der Einstieg über das Thema ‚Abfall' erfolgte, war am Ende meist gar nicht mehr so wichtig, da mit der breiteren Optik des Ressourcenverbrauchs fast automatisch auch der Bedarf an Energie, Wasser oder anderen Ressourcen ins Blickfeld rückte. So ist in BL aus dem Massnahmenplan Abfallvermeidung eine Projektstrategie geworden, welche eigentlich auf eine nachhaltige Entwicklung abzielt. | Thema ‚Abfall' | |
Ob dies nun im Baubereich oder bei Alters- und Pflegeheimen, beim ‚Regio-Produkt' oder bei der Arbeit mit Gewerbeschülern war - stets wurde deutlich, dass die sicht- und messbaren Abfälle nur ein Teil des Problems sind und dass daher Abfallvermeidung nicht losgelöst von den wirtschaftlichen Randbedingungen oder den involvierten Menschen diskutiert werden kann. So gesehen waren eigentlich alle Projekte unabhängig von der ursprünglichen Zielsetzung auch ein Stück weit Motivations- und Schulungsprojekte, da sie neue Zusammenhänge sichtbar und den eigenen Handlungsspielraum erlebbar machten. | Nur vernetztes | |
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6.2 Erfolge und Hindernisse | |
'Wertewandel' | |
Ein ‚Wertewandel' in Richtung Ressourcenschonung anzustossen war bei allen Projekten ein Ziel, denn die Projekte können nur dann längerfristig Wirkung entfalten, wenn die Projektpartner die Ressourcenschonung zu ihrem eigenen Anliegen gemacht haben. Dies ist mal besser, mal schlechter gelungen, doch dürfte das gewählte Vorgehen sicher geeignet sein, um auch über die Projektdauer hinaus Wirkungen zu erzielen. | Wertewandel |
Bei vielen grundsätzlich als sinnvoll eingestuften Massnahmen zeigte es sich aber, dass die wirtschaftlichen Steuerungsmechanismen noch zu wenig auf einen scho- | Wirtschaftliche |
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Motivation und Sensibilisierung | |
Wenn die anfängliche Skepsis gegenüber einem Projekt einer kantonalen Umweltfachstelle einmal überwunden war, dann konnte in den meisten Projekten eine gute Motivation der Beteiligten erreicht werden. Wichtig war dabei, dass es gelang, das Projekt zu einer Angelegenheit der beteiligten Personen zu machen, die mit ihrem Fachwissen und Engagement über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Dazu musste genügend Zeit eingeräumt werden, denn die Sensibilisierung für den Ressourcenverbrauch im eigenen Einflussbereich muss wachsen und sich festigen können. | Motivation als |
Mit dem Einbezug der Medien und speziellen Aktionen (Publikumswettbewerb Regio-Produkt, etc.) konnte auch über die direkt an den Projekten Beteiligten hinaus eine gewisse Sensibilisierung erreicht werden. Allerdings wird es immer schwierig bleiben, ein komplexes Thema wie die Ressourcenschonung attraktiv und allgemeinverständlich zu vermitteln. Hier ist eine kontinuierliche Arbeit und eine breite Unterstützung unterschiedlicher Akteure nötig! | Gutes |
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Vernetzungen herstellen und aufzeigen | |
Bereits vor Beginn der konkreten Projektarbeit wurde versucht, anhand des nachfolgenden Schemas die Bezüge und Interaktionen der verschiedenen Faktoren und Ebenen sichtbar zu machen. Diese Überlegungen waren auch in der konkreten Projektarbeit immer wieder Anstoss, den Blickwinkel zu öffnen und auf Zusammenhänge einzugehen, die vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. | Abfallvermeidung |
So ist es heute vor allem kleineren Betrieben noch zuwenig bewusst, dass sie sich mit ökologischen Pionierleistungen auch profilieren können und dass eine aufgeschlossene Firma eine bessere Motivation und Bindung der Mitarbeiter/innen erreichen kann. Das Projekt ‚Regio-Produkt des Jahres' konnte zumindest ansatzweise die Anbieter und die Kunden zusammenführen und die gegenseitigen Einflüsse zwischen einer ‚bewussten' Kundschaft und einem ‚vorbildlichen' Produzenten sichtbar machen. Auch im Projekt 'Alters- und Pflegeheime' gelang diese Vernetzung. Inzwischen sind zahlreiche Lieferanten in den Prozess involviert, selbst Hersteller (Inkontinenzeinlagen) versuchen gemeinsam mit den Heimen und dem AUE ökologische und ökonomische Verbesserungen im Sinne der Ressourcenschonung zu erreichen. | Vorbildliche |
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Grafik: Einflussfaktoren und Zusammenhänge, die bei Massnahmen zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung zu beachten sind. |
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Reduktion der Abfallmengen | |
Wie vorangehend dargestellt, haben Massnahmen zur Abfallvermeidung durchaus nicht immer eine sofortige Wirkung. So können sich beispielsweise bei Gebäuden viele Optimierungsmassnahmen erst während der Nutzungsdauer oder gar in der Abbruchphase in geringeren Abfallmengen niederschlagen! Bei Gütern mit einer geringeren Gebrauchsdauer oder bei Produktionsprozessen können sich aber Vermeidungsmassnahmen sehr rasch in einer Verminderung der Abfallmenge auswirken. So wurde in den 11 beteiligten Alters- und Pflegeheimen die Abfallmenge durch das Projekt nachweislich um rund 35 % gesenkt, obwohl zum Zeitpunkt der Erfolgskontrolle noch nicht alle Massnahmen umgesetzt waren. | Abfallvermeidung |
Wichtig ist, dass aber auch in diesen Fällen nicht einfache ‚Rezepte', sondern nur hartnäckige Kleinarbeit den Erfolg brachte. Gleichzeitig führte das prozessorientierte Vorgehen dazu, dass auch in anderen Bereichen (Energie, Wasser, etc.) wesentliche Einsparungen erreicht wurden. Daher misst sich der Erfolg des Projektes sicher nicht allein an der erzielten Abfallreduktion, sondern weit eher an der generellen Ressourcenschonung sowie der begleitenden Informations- und Motivationsarbeit. | Keine Rezepte, |
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Neue Formen der Zusammenarbeit | |
Die Abfallvermeidung steht zwar in den Leitbildern und Umweltschutzgesetzen stets an erster Stelle, doch ist dieser Auftrag bei den meisten Akteuren (im Gegensatz zum Recycling) noch wenig verankert. Die kantonalen Umweltfachstellen mussten daher neue Wege finden, um diese Vollzugsaufgabe wenigstens punktuell mit Inhalt zu füllen. Dabei war es von Anfang an klar, dass sich Abfallvermeidung nicht einfach verordnen lässt, sondern dass sie nur in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Akteuren gelingt. Das gewählte Vorgehen stiess anfänglich vielerorts auf Skepsis, da kantonale Stellen eher in ihrer Aufsichtsfunktion wahrgenommen werden und nicht immer bereit sind, nach massgeschneiderten Lösungen zu suchen. | Berührungs- |
Dort wo es gelang, das nötige Vertrauensverhältnis aufzubauen, wurde die neue Form der Zusammenarbeit als lohnend und produktiv eingestuft. Auch bei der Bevölkerung wurde die aktive Rolle der kantonalen Stellen und die unkonventionelle Art zu Handeln positiv eingeschätzt, da sie ohne moralischen Unterton neue Sichtweisen vermittelten und die eigene Handlungsmöglichkeit ins Zentrum stellten. | Unkonventionelle |
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6.3 Wie weiter ? | |
Der 1994 gesprochene Kredit von Fr. 500'000.- ist nach 5 Jahren intensiver Projektarbeit praktisch aufgebraucht. Mit dem vorliegenden Bericht wird einerseits Rechenschaft über die bisherigen Aktivitäten und die erreichten Resultate abgelegt, gleichzeitig soll er aber auch die Basis für einen Kreditantrag bilden, der eine kontinuierliche Weiterarbeit (wenn auch mit neuen Schwerpunkten) erlaubt. | Weiterführung |
Dies ist auch die einhellige Meinung der breit abgestützten Begleitkommission, welche im Laufe des Jahres 2000 neue Handlungsfelder diskutiert und erste Schwerpunkte gesetzt hat. Ein neuer Kredit soll nicht allein den finanziellen Handlungsspielraum für externe Unterstützung und grössere Aktionen sichern, sondern auch Ausdruck eines klaren Mandates der politischen Instanzen sein. | Auftrag soll |
Dies erleichtert es, auch künftig engagierte Projektpartner in den verschiedensten Kreisen zu finden und stärkt das Bewusstsein einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Region zu leisten. | Engagierte |