Polizeimeldung vom 24. August 2005 | |
Liestal: Serie von Tierquälereien in der Nordwestschweiz: Aktueller Stand
Die Serie von Tierquälereien in der Nordwestschweiz geht weiter - die Täterschaft konnte nach wie vor nicht gefasst werden. Neu ist von 46 vergleichbaren Fällen die Rede. Es ist weiterhin damit zu rechnen, dass die Ermittlungen noch einige Zeit beanspruchen werden. Die Öffentlichkeit wird auch künftig einmal pro Woche über die Anzahl der Fälle informiert - soweit dies unter ermittlungstaktischen Gesichtspunkten möglich ist.
Die Serie der Tierquälereien konnte nach also auch nach rund 14 Wochen nicht gestoppt werden. Per dato gab es innert den vergangenen rund 14 Wochen (seit dem Wochenende 22./23. Mai 2005) in den Kantonen AG, BL und SO 46 vergleichbare Fälle - dies entspricht drei Fällen mehr als vor Wochenfrist, wobei es sich beim neuen Fall im Kanton Basel-Landschaft um einen nachträglich gemeldeten Fall handelt.
Aufgeteilt nach Kantonen ereigneten sich 12 der total 46 Fälle im Kanton Aargau, 24 Fälle im Kanton Basel-Landschaft und 10 Fälle im Kanton Solothurn. Aus ermittlungstaktischen Gründen und zum Schutz der Betroffenen ist eine detaillierte Auflistung nach Orten und Daten weiterhin nicht möglich. Betroffen waren mehrheitlich Kühe sowie mehrere Schafe, Pferde, Ziegen, Katzen und Kaninchen.
Über den aktuellen Stand der Ermittlungen können aus ermittlungstaktischen Gründen nach wie vor keine Angaben gemacht werden. Dazu gehören auch Angaben zum Aspekt von möglichen Betäubungen und damit verbundenen Blutproben an verletzten oder getöteten Tieren. Bei jedem Fall wird durch die Polizei eine normale Spurensicherung durchgeführt - analog zu einem Gewalt- oder Kapitalverbrechen. Die betroffenen Polizeikorps koordinieren ihre Ermittlungen untereinander im Rahmen der engen Zusammenarbeit innerhalb des Polizeikonkordates Nordwestschweiz (PKNW). Die Koordination der Sonderkommission namens "Zaun" obliegt der Polizei Basel-Landschaft.
Generell gelten die Informationen, welche auf der speziellen Homepage www.bl.ch/tierfolter nachlesbar sind. Seit Wochen beschäftigen sich in den Polizeikorps der involvierten Kantone mehrere Personen praktisch rund um die Uhr mit grösstmöglicher Intensität mit dieser emotionsgeladenen Serie von Tierquälereien. Allein bei der Polizei Basel-Landschaft wurden eigens für diese Ermittlungen bislang weit über 6000 Arbeitsstunden geleistet. Die Polizei Basel-Landschaft wurde dabei durch die Kantonspolizei Basel-Stadt sowie das Grenzwachtkorps Basel personell unterstützt. Genaue Zahlen können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden.
Bezüglich der Täterschaft gibt es nach wie vor keine konkreten Hinweise. Auch in den letzten Tagen sind weiterhin zahlreiche Hinweise eingegangen und in weiten Kreisen der Bevölkerung ist anhaltend eine enorme Betroffenheit und Sensibilität feststellbar. Zahlreiche Hinweise wurden schon mit viel Aufwand überprüft, leider führte bislang keiner der Hinweis zur Täterschaft. Ermittelt wird nach wie vor in sämtliche Richtungen sowie auf mehreren Ebenen. Ob es sich bei der Täterschaft um eine Einzelperson, mehrere Personen oder sogar um Nachahmer handelt, ist spekulativ und kann nicht abschliessend beantwortet werden. Insofern gehen die Ermittlungen auch in dieser Frage in sämtliche Richtungen.
Im Rahmen von gezielten Aktionen kam es in den letzten Tagen im Kanton Basel-Landschaft zur Anhaltung eines Mannes. Nach eingehenden Abklärungen kann er jedoch als Täter ausgeschieden werden. Weiter gehende Informationen dazu sind aus Gründen des Datenschutzes und der Unschuldsvermutung nicht möglich.
Die Polizei bittet im Zusammenhang mit diesen Ereignissen weiterhin um erhöhte Sensibilität und Aufmerksamkeit sowie um spezielle Beobachtung der Tiere. Offensichtliche Tierquälereien sowie andere verdächtige Beobachtungen bezüglich Personen, Fahrzeugen etc. sind umgehend an die Polizei zu melden, allenfalls direkt via Notruf 117 oder 112.
Die Belohnung, welche für Hinweise, die letztlich zur Anhaltung der Täterschaft führen, beläuft sich weiterhin auf 26'000 Franken (Stichtag heute Mittwoch, 24. August 2005, 10.00 Uhr). Dieser Betrag setzt sich derzeit wie folgt zusammen: Je 5000 Franken durch die Justiz-, Polizei- und Militärdirektion (JPMD) des Kantons Basel-Landschaft sowie durch den Schweizerischen Tierschutz, 3900 Franken durch den Bauernverband beider Basel, 12'100 Franken durch Privatpersonen.
Für Rückfragen:
Meinrad Stöcklin, Mediensprecher Polizei Basel-Landschaft, Tel. 061 926 30 60
Back to Top