5.5 Projekt M1: Motivationsarbeit auf breiter Basis: 'Regio-Produkt des Jahres'


> Massnahmenplan Abfallvermeidung || Amt für Umweltschutz und Energie

 

 

5.5.1 Übersicht

 

Das gemeinsam mit Basel-Stadt 1996 in Form eines Wettbewerbs lancierte Projekt wurde 1997 in einem zweiten Durchgang wiederholt. Dank der besonderen Form und der Wiederholung hat dieses Projekt sicher am meisten Beachtung in der Öffentlichkeit gefunden und den Gedanken der Abfallvermeidung und Ressourcenschonung für ein breiteres Publikum greifbar gemacht.

Wettbewerbe
1996 und 1997

Ziel und Wettbewerbsaufgabe war es, Produkte oder Dienstleistungen aus der Region bekannt zu machen, welche bezüglich des Ressourcenverbrauchs vorbildlich sind. Die Beurteilung und Auszeichnung der eingereichten Wettbewerbsbeiträge lagen bei einer breit abgestützten Jury, deren Mitglieder aus Wirtschaft, Kommunikationsbranche und Umweltorganisationen stammten. Diese prämierte einerseits Produkte und Dienstleistungen, die sich an eine breite Käuferschaft richten, andererseits aber auch eher Fachleute oder ähnlich gelagerte Betriebe ansprechen. In beiden Fällen wurde grosses Gewicht auf die anschauliche Vermittlung und den Kommunikationswert der abfallvermeidenden und ressourcenschonenden Aspekte gelegt (vgl. Pressespiegel in Anhang 2).

Vorbildliche
Produkte aus
der Region

 

 

5.5.2 Einige wichtige Ergebnisse

 

Das Projekt hat zu Ergebnissen auf ganz verschiedenen Ebenen geführt:

Umsetzung der Hauptanliegen ‚Abfallvermeidung und Ressourcenschonung' innerhalb des Projektablaufes (Formulierung der Wettbewerbsaufgabe, Arbeit mit der Jury, Auszeichnung)

 

Vorbildliche
Produkte
bekannt
gemacht

Prämierte Firmen und ihre Produkte

Erfahrungen bei der Vermittlung der Wettbewerbsergebnisse an ein breiteres Publikum

Einbezug
Publikum

 

 

Projektabwicklung (Ausschreibung, Jurierung, Auszeichnung):
Ganz wesentlich für den Erfolg des Projektes war sicher die Form eines Wettbewerbs, der sowohl die Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe als auch die Konsumentinnen und Konsumenten ansprach. Im ersten Durchgang (1996-97) wurden zuerst die Firmen der beiden Basel eingeladen, Produkte oder Dienstleistungen anzumelden, die 'mehr aus Ressourcen machen' (Ressourceneffizienz) und möglichst gut in der Region verankert sind (Arbeitsplätze, lokale Ressourcen).

Ressourcen-
effizienz als
Thema

Die sieben von der Jury ausgewählten Vorschläge wurden anschliessend in einem Publikumswettbewerb vorgestellt und die Bevölkerung hatte die Möglichkeit, ihren Favoriten zu bezeichnen und so einen Preis zu gewinnen. Selbstverständlich
mussten auch die Preise den Anforderungen des Wettbewerbs genügen und so kamen ein Umweltabonnement des Tarifverbundes, ein Wochenende im Kulturhotel ‚Teufelhof' in Basel und andere lokale Preise zur Verteilung.

Breitenwirkung
durch
Wettbewerb

Die Betriebe mit ihren prämierten Produkten (vgl. nachfolgenden Abschnitt) standen bei der offiziellen Auszeichnung an einem Aktionstag im gut frequentierten Einkaufszentrum Gartenstadt, Münchenstein, im Zentrum und wurden in verschiedenen Presseartikeln vorgestellt (vgl. Pressespiegel in Anhang 2). Sie konnten zudem die Auszeichnung ‚Regio-Produkt des Jahres' in ihre Firmenwebung aufnehmen und wurden auch bei späteren Anlässen immer wieder genannt.

PR als ‚Lohn'
für die
Betriebe

Die zweite Auflage des Wettbewerbs wurde insofern modifiziert, dass anstelle des Publikumswettbewerbs ein Stand an der Herbstwarenmesse 98 zur Vorstellung der prämierten Produkte und zum Kontakt mit dem Publikum gewählt wurde. Aufgrund der eingereichten Wettbewerbsbeiträge lag das Schwergewicht in der zweiten Runde des Regio-Produktes beim ressourcenschonenden Bauen.

Messeauftritt
für Sieger

 

 

Prämierte Produkte:

1. Durchgang 1996/97:

Firma Gaba, Therwil, mit dem auswechselbaren Zahnbürstenkopf:
Ressourcenschonung bei einem Publikumsprodukt durch Trennung der Funktionen (langlebiger Griff, Bürstenkopf mit rascher Abnutzung)

Auswechselbarer
Zahnbürstenkopf

Carrosserie Babbi und Hofer, Diegten und Pratteln, mit der Drücktechnik:
Abfallvermeidung und Verminderung des Materialverbrauchs durch mechanisches ‚Ausbeulen' kleinerer Karosserieschäden (vom Verband auf breiter Basis propagiert)

Materialsparend
bei
Carroserie-
Reparatur

Milchhüsli Liestal mit der 'Milch aus der Region für die Region':
Lokale Produkte und Arbeitsplätze durch innovatives Konzept fördern und so Ressourcen schonen (Transport, Mehrweggebinde, lokale Lieferanten und Abnehmer)

Ressourcen-
schonung
durch regionale
Produkte

 

 

2. Durchgang 1997/98:

Firma Zimmerli Rothenfluh mit dem Bauelement 'Holzbrettstapel':
Lokale Holzressourcen besser nutzen und durch ein innovatives Bauelement einen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten (abfallarm, gutes Preis/Leistungsverhältnis, lokale Arbeitsplätze und Know-how).

Bauelement
mit hoher
Ressourcen-
effizienz

Im weitern wurden zwei Ehrenpreise vergeben:
Bauteilbörse BL und BS (Wiederverwendung intakter Bauteile, lokale Arbeitsplätze)
Möbelwerkstatt 'Wohngeist' in Basel (Hochwertige, langlebige Produkte aus lokalen Ressourcen)

Ehrenpreise

 

 

Fazit aus den beiden Wettbewerben:

Das Vermitteln der recht anspruchsvollen Botschaft ‚Abfallvermeidung/Ressourcenschonung' an eine Vielfalt von Gewerbebetrieben und an ein breiteres Publikum ist sehr anspruchsvoll. Die beiden Wettbewerbe haben diesbezüglich die Grenzen deutlich gemacht (beschränktes Interesse der Betriebe im zweiten Durchgang; anschauliche, leicht verständliche Beispiele sind schwierig zu finden).

Komplexe
Botschaft
‚Ressourcen-
schonung'

Im Rückblick erscheint das Projekt trotz allem als gutes Instrument, um die Diskussion überhaupt zu lancieren und die ungewohnte Sichtweise auf breiterer Basis bekannt zu machen. Auch die prämierten Betriebe waren unterschiedlich gut in der Lage, die Auszeichnung für ihre Produkte publikumswirksam einzusetzen, doch schätzten sie es, von Amtsstellen Unterstützung für ihre teilweise pionierhaften Leistungen zu erhalten. Nicht zuletzt trug das Projekt dazu bei, überholte Vorstellungen über die Arbeitsweise von Amtsstellen beim Gewerbe zu revidieren und die gemeinsamen Interessen in den Vordergrund zu rücken.

Wichtige
Anstösse
und Kontakte

Eine Neuauflage des Projektes in modifizierter Form und mit neuer Ausrichtung erscheint daher durchaus prüfenswert, auch wenn die Ergebnisse dieser Motivationsarbeit nicht einfach in Franken und Rappen gewertet werden können.

Neuauflage
prüfen

 

 

Der Wettbewerb 1997

Die Drücktechnik
Herr Hofer (Diegten) bei der Arbeit

Die 'Regio-Milch' des Milchhüsli Liestal
Herr Wüthrich (Liestal) in der Molkerei

 

Der Wettbewerb 1998