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Polizeimeldung vom 27. Juli 2005

Liestal/Solothurn/Aarau: Tierquälereien in der Nordwestschweiz: Aufarbeitung der Fakten - die Polizei verhängt eine Infosperre


   

Die Serie von Tierquälereien in der Region Nordwestschweiz (Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Solothurn) hat in den letzten Tagen und Wochen für enorm viel Gesprächsstoff und Emotionen gesorgt (siehe neue Extra-Homepage www.bl.ch/tierfolter). Mit dieser vorläufig letzten offiziellen Medienmitteilung wird der neuste Stand der Situation und - soweit dies möglich ist - der Ermittlung kommuniziert. Die betroffenen Polizeikorps koordinieren ihre Ermittlungen untereinander im Rahmen der engen Zusammenarbeit innerhalb des Polizeikonkordates Nordwestschweiz (PKNW). Die Koordination obliegt der Polizei Basel-Landschaft.
Per dato gab es innert den vergangenen rund zehn Wochen in den Kantonen AG, BL und SO nicht wie bislang kommuniziert 17, sondern rund 30 vergleichbare Fälle. Betroffen waren mehrheitlich Kühe sowie mehrere Schafe, Pferde, Katzen und Kaninchen. Die zusätzlichen Fälle wurden zum Teil erst nachträglich gemeldet oder die Bekanntgabe war aus ermittlungstaktischen Gründen nicht früher möglich.

Sehr viele Hinweise eingegangen
Derzeit beschäftigen sich in den Polizeikorps der involvierten Kantone mehrere Personen intensiv mit dieser emotionsgeladenen Serie von Tierquälereien. Heute Mittwoch Vormittag, 27. Juli 2005, fand in Liestal eine zweite Sachbearbeiter/innen-Konferenz statt, bei der unter anderem die weitere Strategie besprochen wurde. Dabei wurde zudem eine ab sofort gültige Infosperre verabschiedet.
Bezüglich der Täterschaft gibt es nach wie vor keine konkreten Hinweise - auch wenn nach den bisherigen Veröffentlichungen sehr viele Hinweise eingegangen sind und in weiten Kreisen der Bevölkerung eine enorme Betroffenheit und Sensibilität feststellbar ist. In den letzten Tagen und Wochen sind unzählige Hinweise eingegangen, die nun allesamt überprüft werden. Leider haben diese Hinweise bislang nicht zur Täterschaft geführt. Ermittelt wird nach wie vor in sämtliche Richtungen sowie auf mehreren Ebenen.


Wartburg-Verdacht nicht erhärtet
Der Verdacht, dass ein Personenwagen des Typs Wartburg-Kombi in engem Zusammenhang mit dieser Serie von Tierquälereien steht, konnte bislang nicht erhärtet werden, weshalb die Suche nach diesem Fahrzeug keine wirkliche Priorität mehr geniesst.
Ob es sich bei der Täterschaft um eine Einzelperson, mehrere Personen oder sogar um Nachahmer handelt, ist spekulativ und kann nicht abschliessend beantwortet werden. Insofern gehen die Ermittlungen auch in dieser Frage in sämtliche Richtungen.
Die Polizei bittet im Zusammenhang mit diesen Ereignissen nochmals um erhöhte Sensibilität und Aufmerksamkeit sowie um spezielle Beobachtung der Tiere. Offensichtliche Tierquälereien sowie andere verdächtige Beobachtungen bezüglich Personen, Fahrzeugen etc. sind umgehend an die Polizei zu melden, allenfalls direkt via Notruf 117 oder 112.


Belohnung bei knapp 20'000 Franken
Die Belohnung, welche für Hinweise, die letztlich zur Anhaltung der Täterschaft führen, beläuft sich mittlerweile auf 19 750 Franken (Stichtag Mittwoch, 27. Juli 2005, 12.00 Uhr). Dieser Betrag setzt sich derzeit wie folgt zusammen: Je 5000 Franken durch die Justiz-, Polizei- und Militärdirektion (JPMD) des Kantons Basel-Landschaft sowie durch den Schweizerischen Tierschutz, 3900 Franken durch den Bauernverband beider Basel, 5800 Franken durch Privatpersonen.
Zu den geplanten und in Aussicht gestellten Aktivitäten der Bauernverbände, in Eigenregie Patrouillen zu organisieren, nehmen die involvierten Polizeikorps wie folgt Stellung: Die Polizei übernimmt - bei allem Verständnis - für solche Aktivitäten keine Verantwortung und weist mit Nachdruck darauf hin, dass solche Aktivitäten auch für die Bauern mit nicht zu unterschätzenden Risiken verbunden sind.
Es gilt der Grundsatz: Beobachten und Melden ja, Selbstjustiz auf keinen Fall.


Vorläufig letzte offizielle Medienmitteilung
Aus den folgenden Gründen wird dies vorläufig die letzte offizielle Medienmitteilung (Aufarbeitung der offiziellen Faktenlage) seitens der involvierten Polizeikorps sein:

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Die Polizei will und muss nun zwingend Gelegenheit erhalten, in Ruhe zu arbeiten. Durch den enormen Rummel der letzten Tage und Wochen wurden die polizeilichen Ermittlungsarbeiten teilweise erschwert.

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Der Medienrummel nahm phasenweise skurrile Formen an.

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Die Polizeikorps wurden mit zahlreichen Wünschen aus weiten Kreisen der Bevölkerung konfrontiert, die Kommunikationsflut etwas einzudämmen.

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Dieser Entscheid wird auch durch den extern zugezogenen Psychiater mitgetragen.

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Die Polizei kommuniziert erst wieder im Falle eines Ermittlungserfolges.

Als direkte Konsequenz dieses Beschlusses (=Infosperre) werden somit bis auf weiteres selbst allfällige neue Fälle von Tierquälerein nicht mehr kommuniziert. Auch die Bauern selbst wünschen bis auf weiteres keine direkten Medienkontakte mehr.
Die Polizeikorps der Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Solothurn bitten die Medien, dies dementsprechend zu respektieren und danken für das Verständnis.


Spezielle Homepage
Sämtliche Daten und Fakten zu dieser Serie von Tierquälereien sind neu auch auf einer speziellen Website einsehbar. Die Adresse lautet: www.bl.ch/tierfolter


Für Rückfragen:
Meinrad Stöcklin, Mediensprecher Polizei Basel-Landschaft, Tel. 061 926 30 60



 

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