Polizeimeldung vom 12. Juli 2005 | |
Liestal/Kanton BL/Nordwestschweiz: Die Tierquälereien halten an - Die Polizei Basel-Landschaft bittet die Bevölkerung weiterhin um Aufmerksamkeit
Die Serie von Tierquälereien in der Region Nordwestschweiz reisst nicht ab (siehe auch Medienmitteilungen 336/2005 vom Montag, 13. Juni 2005, und 381/2005 vom 22. Juni 2005). Nachdem die Polizei Basel-Landschaft aus polizeitaktischen Gründen in den vergangenen Tagen und Wochen bewusst auf weitere aktive Veröffentlichungen verzichtet hat, wird mit dieser Mitteilung der neuste Stand der Situation und - soweit dies möglich ist - der Ermittlung kommuniziert. Für Hinweise, welche letztlich zur Anhaltung der Täterschaft führen, ist weiterhin eine Belohnung in der Höhe von 10 000 Franken ausgesetzt.
Seit der Medienmitteilung vom 22. Juni 2005 sind in der Nordwestschweiz weitere Fälle von vergleichbaren Tierquälereien bekannt geworden, und zwar in den Gemeinden Arisdorf BL (2), Seltisberg BL, Gipf-Oberfrick AG und Olsberg AG (siehe aufgearbeitete Chronologie der Ereignisse am Ende dieser Medienmitteilung). Die betroffenen Polizeikorps koordinieren ihre Ermittlungen untereinander im Rahmen der engen Zusammenarbeit innerhalb des Polizeikonkordates Nordwestschweiz (PKNW).
Per dato gab es innert den vergangenen sechseinhalb Wochen 14 vergleichbare Fälle. Betroffen war eine Katze, ein Schaf, drei Pferde sowie neun Kühe. Aufgeteilt nach Kantonen gab es im Kanton Solothurn zwei, im Kanton Aargau vier sowie im Kanton Basel-Landschaft acht Fälle.
Derzeit beschäftigen sich mehrere Personen der Hauptabteilung Kriminalitätsbekämpfung der Polizei Basel-Landschaft intensiv mit dieser Serie von Tierquälereien. Zudem wurde bereits eine Sachbearbeiter/innen-Konferenz der betroffenen Kantone respektive Polizeikorps durchgeführt.
Bezüglich der Täterschaft gibt es nach wie vor keine konkreten Hinweise - auch wenn nach den bisherigen Veröffentlichungen sehr viele Hinweise eingegangen waren und in weiten Kreisen der Bevölkerung eine enorme Betroffenheit und Sensibilität feststellbar war. Leider hat die Vielzahl von Hinweisen bislang nicht zur Täterschaft geführt.
Ermittelt wird nach wie vor in sämtliche Richtungen sowie auf mehreren Ebenen. Der Verdacht, dass ein Personenwagen des Typs Wartburg-Kombi (gemäss Medienmitteilung 381/2005 vom 22. Juni) in engem Zusammenhang mit dieser Serie von Tierquälereien steht, konnte bislang nicht erhärtet werden, weshalb die Suche nach diesem Fahrzeug keine wirkliche Priorität mehr geniesst.
Hingegen hat die Polizei Basel-Landschaft für die Ermittlungen zwischenzeitlich einen Psychiater beizogen. Die Polizei Basel-Landschaft geht davon aus, dass die bislang begangenen Taten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sexuell motiviert sind.
Ob es sich bei der Täterschaft um eine Einzelperson, mehrere Personen oder sogar um Nachahmer handelt, ist spekulativ und kann von der Polizei Basel-Landschaft nicht abschliessend beantwortet werden. Insofern gehen die Ermittlungen auch in dieser Frage in sämtliche Richtungen.
Die Polizei Basel-Landschaft bittet im Zusammenhang mit diesen Ereignissen nochmals um erhöhte Sensibilität und Aufmerksamkeit sowie um spezielle Beobachtung der Tiere. Offensichtliche Tierquälereien sowie andere verdächtige Beobachtungen bezüglich Personen, Fahrzeugen etc. sind umgehend an die Polizei zu melden, allenfalls direkt via Notruf 117 oder 112.
Für Hinweise, welche letztlich zur Anhaltung der Täterschaft führen, ist nach wie vor eine Belohnung in der Höhe von 10 000 Franken ausgesetzt. Der Bauernverband beider Basel (BVbB / mit Sitz in Zwingen BL) sowie einige Privatpersonen haben den ursprünglich von der Justiz-, Polizei- und Militärdirektion (JPMD) des Kantons Basel-Landschaft gesprochenen Betrag von 5000 Franken mittlerweile verdoppelt.
Chronologie der Ereignisse
Datum | Ort / Kanton | Was |
22./23.5. | Nenzlingen BL | Stute misshandelt, siehe www.polizei.bl.ch, Meldung vom 30.5. |
26.5. | Zullwil SO | Stute misshandelt, siehe www.polizei.so.ch, Meldung vom 3.6. |
30.5. | Zullwil SO | Hengst misshandelt, ist gestorben, siehe www.polizei.so.ch, Meldung vom 3.6. |
3.6. | Schönenbuch BL | Kuh misshandelt, siehe www.polizei.bl.ch, Meldung vom 7.6. |
11./12.6. | Bottmingen BL | Katze misshandelt/getötet, siehe www.polizei.bl.ch, Meldung vom 13.6. |
11./12.6. | Möhlin AG | Bäumlihof, einer Kuh auf einer Weide mit spitzem Gegenstand eine Stichwunde im rechten Schulterbereich zugefügt, siehe www.polizei.bl.ch, Meldung vom 22.6. |
12.6. | Hemmiken BL | Kuh misshandelt, siehe www.polizei.bl.ch, Meldung vom 13.6. |
16.6. | Gipf-Oberfrick AG | Rintalhof / mit scharfem Gegenstand an einer weidenden Kuh den unteren Teil der Schwanzquaste abgeschnitten und mitgenommen, siehe www.polizei.bl.ch, Meldung vom 22.6. |
16.6. | Arisdorf BL | Weide Langjurten, einer weidenden Kuh mehrere Schnittverletzungen zugefügt, darunter Schnitte an den beiden Vorder- und Hinterläufen sowie im Bauchbereich (siehe Foto) |
20./21.6. | Hemmiken BL | Kuh misshandelt, siehe www.polizei.bl.ch, Meldung vom 22.6. |
22.6. | Seltisberg BL | Einer Kuh auf der Weide am Euter Schnittverletzungen zugefügt |
28./29.6. | Arisdorf BL | Einem weidenden Schaf eine ca. 17 cm lange Stichwunde zugefügt |
29./30.6. | Gipf-Oberfrick AG | Bei einer Kuh die Schwanzquaste abgeschnitten |
1.7. | Olsberg AG | Einer Kuh auf der Weide am Euter Schnittverletzungen zugefügt |
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Die Bilder zeigen einerseits die | ||
Für Rückfragen:
Meinrad Stöcklin, Mediensprecher Polizei Basel-Landschaft, Tel. 061 926 30 60
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