Übersicht Polizeimeldungen

Polizeimeldung vom 13. Mai 2004

Liestal: Mehrere Lederjacken-Verkäufer angehalten


Am Dienstag, 11. Mai 2004, kurz nach Mittag, war bei der Polizei Basel-Landschaft die Meldung eingegangen, dass in Pratteln BL aufdringliche Lederjacken-Verkäufer unterwegs seien. Die angerückte Polizeipatrouille traf vor Ort auf zwei Italiener im Alter von 39 und 48 Jahren, welche in zwei Personenwagen rund zwei Dutzend solcher Jacken sowie einen Koffer mit etlichen Hemden mit sich führten. Das Material wurde beschlagnahmt, die beiden Männer nach der Bezahlung einer vom Statthalteramt Liestal verfügten Busse auf freien Fuss gesetzt und gegen beide eine amtliche Wegweisung verfügt.


Einen ähnlichen und zudem kuriosen Fall gab es gleichentags auf einem Parkplatz unweit des TCS an der Uferstrasse in Füllinsdorf BL: Die Polizei Basel-Landschaft traf dort auf einen 35-jährigen Italiener, der ebenfalls versuchte, Lederjacken an Passanten zu verkaufen. Auch in seinem Personenwagen befand sich diverses weiteres Material. Nachdem fest gestellt worden war, dass es sich um eine polizeilich ausgeschriebene Person handelt, wurde der Mann auf den Polizeistützpunkt Liestal mitgenommen. Ans Steuer seines Fahrzeuges setzten sich Polizisten.


Auf dem Weg nach Liestal kam den Polizisten im Auto des Lederjackenverkäufers ein anderes Auto entgegen, dessen Insasse heftig winkte. Die Polizisten erkannten die Situation sofort, wendeten und kontrollierten auch diesen äusserst freundlichen Lenker. Es handelte sich um einen 49-jährigen Italiener, der nach der Kontrolle und der Bezahlung einer ebenfalls durch das Statthalteramt Liestal verfügten Busse wieder auf freien Fuss gesetzt wurde. Auch in diesem Fall wurde das Material beschlagnahmt. Der polizeilich ausgeschriebene Mann wurde dem Kanton Zug zugeführt.


Bei der Polizei gehen regelmässig Meldungen bezüglich Händlern ein, welche in einer meistens aufdringlichen Art stark minderwertige oder gefälschte Lederwaren (meistens Lederjacken) zu massiv überhöhten Preisen anbieten. Diese meist italienisch sprechenden sowie sehr gepflegt und überzeugend auftretenden Händler sprechen mit Vorliebe ältere Menschen an, und zwar meistens auf der Strasse oder in Einstellhallen von Einkaufszentren.


Die weitere Vorgehensweise ist oft sehr ähnlich: Diese Händler, welche vorwiegend alleine auftreten, erzählen Geschichten, wonach man sich von früher kenne oder gar die Eltern zusammen gearbeitet oder sich gar gekannt hätten. Zudem berichten sie von finanziellen Schwierigkeiten und dass man ihnen mit dem Kauf von Lederwaren helfen möchte. Im weiteren Verlauf des Gesprächs machen sie dann die "einmalige" Offerte, dass sie einem eine "Lederjacke" schenken und eine zweite Jacke zu einem "besonders günstigen Preis" (ca. 1600 Franken) verkaufen würden, weil sie diese Jacken angeblich nicht über die Grenze mitnehmen wollen. Die Jacken bestehen auf minderwertigem Kunstleder und sind entsprechend behandelt, damit sie nach "richtigem" Leder riechen.


Die Polizei geht allgemein von einer grösseren Dunkelziffer aus. Mit grösster Wahrscheinlichkeit sind mehrere solcher Händler unterwegs. Die Polizei Basel-Landschaft bittet die Bevölkerung im Zusammenhang mit solchen Händlern um erhöhte Aufmerksamkeit. Wer verdächtige Beobachtungen macht oder bereits gemacht hat - oder sich gar direkt von einem solchen Händler bedrängt fühlt oder bereits betrogen wurde - ist gebeten, sich umgehend auf der Alarmzentrale der Polizei Basel-Landschaft in Liestal, Telefon 061 926 35 35, oder via Notruf 117 oder 112 zu melden.


Für Rückfragen:
Meinrad Stöcklin, Mediensprecher Polizei Basel-Landschaft, Tel. 061 926 30 60



 

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