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Kanton Basel-Stadt: Beitritt zur Stiftung Archiv des ehemaligen Fürstbistums Basel
An seiner letzten Sitzung vom 16. November 2007 hat der Stiftungsrat des Archivs des ehemaligen Fürstbistums Basel mit Freude den Abschluss des administrativen Verfahrens zur Kenntnis genommen, mit dem der Kanton Basel-Stadt ab dem 1. Januar 2008 der Stiftung beitritt. Die Regierung des Kantons Basel-Stadt hatte den Beitrittsentscheid am 15. Mai 2007 getroffen, worauf die drei Mitgliederkantone (BE, JU, BL) einen Änderungsantrag der Stiftungsurkunde annahmen, der vom Stiftungsrat und vom Kontrollorgan der Stiftung, dem Eidg. Departement des Innern, gutgeheissen und hernach von Regierungsrat Ralph Lewin als Vertreter der Regierung des Kantons Basel-Stadt unterzeichnet wurde. Der Kanton Basel-Stadt wird ab dem 1. Januar 2008 durch Frau Esther Baur, Staatsarchivarin, im Stiftungsrat vertreten sein. Dieser begrüsst die Erweiterung und freut sich auf die neuen Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen nunmehr vier Kantonen.
Das Archiv des ehemaligen Fürstbistums Basel: eine einmalige Institution mit kantonsübergreifender Bedeutung
Nach Erlangung der Unabhängigkeit des Kantons Jura gründeten die beiden Kantone Bern und Jura 1984 die Stiftung Archiv des ehemaligen Fürstbistums Basel. Es handelt sich um eine privatrechtliche Institution mit dem Auftrag, die Bestände des Archivs des ehemaligen Fürstbistums Basel zu konservieren, zu sichten und auszuwerten. 1997 trat der Kanton Basel-Landschaft der Stiftung bei. Mit ihrem historisch entstandenen überkantonalen Stiftungsrat ist die Stiftung in der Schweiz in ihrer Form einmalig.
Das Archiv umfasst die Quellen und Dokumente der ehemaligen Diözese Basel (kirchliche Verwaltung), des mit der Revolution aufgelösten Fürstbistums (weltliche Verwaltung) sowie die Bestände, die von der französischen Verwaltung zwischen 1793 und 1814 herrühren. Die Archivbestände beziehen sich nicht bloss auf das geografische Gebiet der Mitgliederkantone, sondern auch auf einige kleine Enklaven in Deutschland (Fürstentum), auf Teile der Kantone Solothurn und Aargau und insbesondere auch auf das (heutige) Departement Oberrhein (Diözese). Damit stellt das Archiv einen wichtigen Angelpunkt für die Geschichte der Nordwestschweiz und der angrenzenden französischen Gebiete dar.
Basel-Stadt und die Stiftung
Wie das Wappen des Kantons Basel-Stadt - ein symbolisierter Krummstab - bezeugt, ist die Geschichte der Rheinstadt eng mit jener der ehemaligen Bischöfe von Basel verbunden. Die Bestände der Stiftung dokumentieren die Geschichte Basels und wirken als Ergänzung zu den Beständen des Kantonsarchivs. Das älteste „Basler" Dokument ist beispielsweise eine Urkunde des Bischofs Adalberon II. aus dem Jahr 1010, die im Archiv des ehemaligen Fürstbistums konserviert wird. Die Stadt Basel gehörte bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts zum Fürstbistum und bis zur Reformation zur Diözese; in der Folge pflegte sie enge Beziehungen zu den Bischöfen und deren Untertanen.
Der Beitritt des Kantons Basel-Stadt zur Stiftung, ein aus historischer Sicht logischer Schritt, ist auch unter einem kulturgeschichtlichem Gesichtspunkt interessant. Als der Kanton Basel-Landschaft im Jahr 1997 der Stiftung beitrat, nahm man dies als Anlass für ein grosses Kolloquium (1999; Akten des Kolloquiums im Jahre 2002); im Jahr 2006 konnte das Projekt Pro Deo abgeschlossen werden (vier Ausstellungen zur mittelalterlichen Glaubensgeschichte sowie ein auf Französisch und Deutsch erschienenes Buch).
>>> Communiqué de presse en français [PDF]
Pruntrut, Dezember 2007
Website des Archivs: www.aaeb.ch (französisch; die deutsche Version ist für das Frühjahr 2008 vorgesehen)
Für weitere Auskünfte:
Stiftung Archiv des ehemaligen Fürstbistums Basel
Jean-Claude Rebetez, Konservator
Postfach 256
CH - 2900 Pruntrut
Tel (0041) 032 466 32 43
jean-claude.rebetez@aaeb.ch
Bildmaterial:
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19. Dezember 2007
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