Vorlage an den Landrat | |
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Titel: | Mündliche Anfragen für die Landratssitzung vom 18. September 2003 | |
vom: | 16. September 2003 | |
Nr.: | 2003-208 | |
Bemerkungen: |
1. Urs Hintermann: Lärmbelastung durch Landeanflüge
1. | Trifft es zu, dass heute bei weniger als 10 (oder gar weniger als 5) Knoten Nordwind aus Süden gelandet wird? Falls ja, wie viele zusätzliche Südanflüge bringt dies mit sich? |
2 | Seit Frühling 2003 dürfen auch lärmige Jets nach der Lärmkategorie gemäss Chapter 3 direkt nach Süden über dicht besiedeltem Gebiet starten. Wie hat sich dadurch die prozentuale Verteilung der Südabflüge zwischen S-Schlaufe und Direktabflug im Vergleich zum letzten Jahr verändert? |
3 | Belegen die offiziellen Messungen den Eindruck der Birstaler Bevölkerung, dass immer mehr laute Flugzeuge sehr tief über das Birstal fliegen? Gibt es im Birstal die dazu notwendigen Lärm-Messpunkte? |
4 | Ist der Regierungsrat der Meinung, dass diese neuen Bestimmungen - so sie denn zutreffen oder kommen - gegen die seinerzeitigen Zusagen im Zusammenhang mit dem Flughafenkredit verstossen? |
5 | Welche Mitwirkungsmöglichkeit haben Regierung und betroffene Bevölkerung bei derart schwerwiegenden Änderungen von Bestimmungen? Welche Einflussmöglichkeiten bleiben noch, wenn die für einen ILS-Südanflug notwendige Luftraumkontrolle per Staatsvertrag oder über eine Verwaltungsvereinbarung an die französische Flugsicherung delegiert worden ist? |
2. Simone Abt: Steuerpaket 2001
In der Vorlage 2003/204 wird festgehalten, dass für den Kanton aus dem Steuerpaket 2001 Mindereinnahmen von CHF 5 Mio. resultieren und dass der Ausfall für die Gemeinden ungefähr CHF 3 Mio. betragen dürfte. Die Einnahmenausfälle beim Bund haben aber Entlastungsbestrebungen zur Folge, die ihrerseits bei den Kantonen und den Gemeinden zu Mehrbelastungen führen können.
Fragen:
1. | Beschränken sich die Folgen des Steuerpakets 2001 auf die in der Vorlage 2003/204 ausgewiesenen Mindereinnahmen? |
2. | Können absehbare Mehrausgaben für Kantone und Gemeinden beziffert werden, die aus der aufgrund des Steuerpakets notwendig gewordenen Entlastung des Bundes resultieren? |
3. | In welchen Bereichen beabsichtigt der Regierungsrat infolge dieser Entlastungsmassnahmen Einsparungen zu machen? |
4. | Mit welchen zusätzlichen Aufgaben / Belastungen müssen die Gemeinden rechnen? |
3. Judith van der Merwe: Krankenkassenprämien 2004
Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat per 1. Januar 2004 die Prämienregionen für die Krankenversicherungen neu eingeteilt. Gemäss Bundespräsident Pascal Couchepin werden die Krankenkassenprämien im kommenden Jahr weniger stark ansteigen als im 2003. Gleichzeitig wird aber anscheinend auf die Publikation einer schweizerischen Durchschnitts-prämie verzichtet werden.
Fragen:
1. | In welchem Masse ist das Baselbiet von der Vereinheitlichung der Prämienregionen betroffen? |
2. | Wird für unseren Kanton weiterhin eine Durchschnittsprämie publiziert werden? Welcher andere Indikator dient ansonsten als Basis für die Festlegung der Parameter der Prämienverbilligung? |
3. | Kann in unserem Kanton auch mit einem gegenüber dem Vorjahr geringeren Anstieg der Krankenkassenprämien gerechnet werden? Wann werden die definitiven Angaben publiziert werden? |
4. Eric Nussbaumer: Vollzugsstand der Prämienverbilligung gemäss EG KVG
Gemäss revidiertem EG KVG haben obligatorisch Krankenpflegeversicherte in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen Anspruch auf eine Verbilligung der Krankenversicherungsprämie. Für die Prämienverbilligung massgebend ist die rechtskräftige Steuerveranlagung für das
Vor-Vorjahr. Die Prämienverbilligung 2003 berechnet sich somit auf den veranlagten Steuerdaten des Jahres 2001. Ich bitte um die Angaben zum Stand des Vollzugs im laufenden Jahr.
Fragen:
1. | Wie gross in absoluten Zahlen und in Prozenten ist der rechtskräftige Veranlagungsstand der Steuerpflichtigen für das Vor-Vorjahr? |
2. | Wieviele Formulare für die Beantragung der Prämienverbilligung 2003 wurden bis dato versandt? Wieviele wurden retourniert? Wie hoch schätzt der Regierungsrat die noch zu versendenden Antragsformulare? |
3. | Bestehen noch Ausstände in der Bearbeitung der retournierten Formulare? Wenn ja, wieviele? |
4. | Wie hoch ist der budgetierte Betrag von 94,3 Mio. Franken für das Jahr 2003 per Ende August 2003 beansprucht? |
5. Anton Fritschi: Tunnel Reinach
Bereits zum 2. Mal war eine Röhre des Tunnel Reinachs während den Sommerferien zwecks Sanierungsarbeiten und zur Erhöhung der Sicherheit gesperrt. Verkehrsteilnehmer/innen durften dann jeden Morgen und Abend das Verkehrschaos geniessen - dieses Jahr aus unerfindlichen Gründen sogar mit einer Verlängerung von einer Woche.
Den Verkehrsteilnehmer/innen wurde dabei seitens des BUD immer wieder erläutert, dass diese Sanierungsarbeiten und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten auf ein Minimum reduziert würden und die Erhöhung der Sicherheit des Tunnels im Vordergrund stehe (so war es auch auf den Anzeigetafeln zu lesen).
Nach Abschluss der Arbeiten muss nun aber festgestellt werden, dass der aus meiner Optik wichtigste Sicherheitsaspekt, nämlich die Fluchtmöglichkeiten (und deren Signalisation) nicht erfüllt ist. Die Fluchtmöglichkeiten sind weder gekennzeichnet, noch sind diese einsatzbereit. Die erstellten Fluchtwege sind mit gelben Schaltafeln versperrt.
Fragen:
1. | Bis wann sind diese sicherheitsrelevanten Fluchtwege verfügbar? |
2. | Waren diese Fluchtmöglichkeiten und Signalisation im Projekt zur Ausführung eingeplant? |
3. | Wenn ja, warum ist es dann bei der Ausführung zu solchen Verzögerungen gekommen? Sind die dafür notwendigen Türen nicht verfügbar? |
4. | Was waren die genauen Gründe für die zusätzlich verlängerte Sperrung von einer Woche - wurde nicht während der ganzen Bauzeit im 24 Stundenbetrieb gearbeitet? |
6. Eric Nussbaumer: Freiwilligenpreis
Benevol Basel schreibt: "Es ist nicht nur ihr volkswirtschaftlicher Stellenwert, es sind auch die "Spenden" an Zeit, Wissen und Erfahrung, die freiwillige und ehrenamtliche Arbeit zu einem bedeutenden Faktor unserer Gesellschaft gemacht haben." Der Landrat hat am 13. Januar 2000 das Postulat "Baselbieter Zeitspende-Preis" überwiesen. Damit wurde der Regierungsrat aufgefordert, einen Baselbieter Freiwilligenpreis zu schaffen, der die öffentliche Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten, gesellschaftlich notwendigen Nichterwerbsarbeit zum Ausdruck bringt. Mit der Vorlage 2002-020 wurde in Aussicht gestellt, das Postulat noch im Jahre 2002 zu erfüllen.
Fragen:
1. | Worin liegen die Schwierigkeiten, dass der Regierungsrat dieses Postulat bisher nicht umsetzen konnte? |
2. | Könnte sich der Regierungsrat bereit erklären, die kleine Herausforderung anzunehmen, und bis zum diesjährigen "Tag der Freiwilligen" vom 5. Dezember 2003 kundtun, wie er das Postulat zu erfüllen gedenkt? |
3. | Wenn nein - warum nicht? |
7. Eva Chappuis: Taser-Waffen
1. | Wie viele Taser sind bei der Polizei Basellandschaft im Einsatz? |
2. | Gibt es klare Richtlinien für deren Einsatz? |
3. | Sind diese Richtlinien genau so streng wie jene für den Einsatz konventioneller Schusswaffen? |
4. | Wie wird der Gefahr begegnet, dass die Taser - da unblutig - rascher gezückt wird als eine konventionelle Waffe? |
5. | Wie erklärt sich der Widerspruch, dass sich die Polizeileitung gegen, die zuständige Regierungsrätin für den Einsatz von Tasern an Demonstrationen ausspricht? |
6. | Sind sich Regierungsrat und Polizei bewusst, dass Taser bei gesundheitlich angeschlagenen Personen und Schwangeren schwerwiegende Folgen bis hin zum Tod haben können? |
8. Christine Mangold: Umsetzung neues Bildungsgesetz; Budgetierung 2004 Sekundarstufe 1
Die Budgetierung in den Gemeinden ist am laufen. Da die Übergangslösung betr. Schulbauten nach wie vor nicht steht, ist völlig unklar, wie und was die Gemeinden budgetieren können. Klar ist, dass - trotz Zuständigkeit des Kantons - die Gemeinden bereit sind, zwecks Aufrechterhaltung des Betriebes den laufenden Unterhalt während der Übergangslösung zu erbringen. Unklar ist hingegen die Finanzierung des Kantons bezüglich Miete und Unterhalt der Real- bzw. Sekundarschulgebäude.
Am 5. Juni 2003 erteilte der LR dem RR den Auftrag, die Übergangsregelung betr. Sekundarschulbauten bis zum 21. Dezember 2003 - in Zusammenarbeit mit den Gemeinden - zu definieren.
Bereits am 6. Juni a.c. teilte der VBLG dem RR seine Bereitschaft und sein Interesse mit, die Vorlage raschmöglichst gemeinsam zu überarbeiten. Wir haben September - und die erste Sitzung hat noch nicht stattgefunden!
Fragen:
1. | Kann der Zeitplan, wonach die Übergangslösung Sekundarschulbauten per 21. Dezember 2003 verabschiedet werden muss, nach wie vor eingehalten werden? |
2. | Die Budgets der Gemeinden werden im November/Dezember an den Gemeindeversammlungen verabschiedet. Es ist deshalb unmöglich, auf die Angaben betr. Miete und Unterhalt der Sekundarschulbauten bis zum 21.12.03 zuzuwarten. |
Können die Gemeinden für ihre Budgets bezüglich Unterhalt der Real- und Sekundarschulgebäude mit einem Betrag von Fr. 80.--/m2 rechnen, wie seinerzeit von der BUD ermittelt worden ist? Von welchem Ansatz für eine Jahresmiete kann man in den Budgets ausgehen? | |
3. | Gemäss Bildungsgesetz vom 6. Juni 2002 § 15 c. errichtet, unterhält und finanziert der Träger die Schulbauten und Schuleinrichtungen. Was die Schulbauten anbelangt, wird eine Übergangslösung zum Tragen kommen. Bezüglich Schuleinrichtungen für die Sekundarstufe 1 bin ich klar der Meinung, dass das Bildungsgesetz in Kraft ist und der Träger (Kanton) diese Positionen in sein Budget 2004 aufnehmen muss. Wie stellt sich der RR dazu? |
9. Florence Brenzikofer: Schulleitungswahlen Allschwil
Die Regierung hat in ihrem Regierungsratsbeschluss (RRB Nr. 1995) eine Beschwerde einer betroffenen Lehrerin gegen die Schulleitungswahlen in Allschwil, bei welcher vom Schulrat ausschliesslich fünf Männer gewählt wurden obwohl eine valable Kandidatin zur Verfügung stand, aus formalen Gründen gutgeheissen. Auf die materiellen Gründe der Beschwerdeführerin ist der Regierungsrat nicht eingegangen.
Fragen:
1. | Hält es der Regierungsrat aus gesellschaftspolitischer Sicht für tragbar, dass heute in grösseren Schulen im Kanton Baselland ein mehrköpfiges Schulleitungsteam aus ausschliesslich Männern besteht? |
2. | Punkt 16.8 zur Einführung des neuen Bildungsgesetzes (Seite 37) beinhaltet: «Besteht die Schulleitung aus mehreren Mitgliedern, sollen in ihr nach Möglichkeit beide Geschlechter vertreten sein (...)». Ist es rechtlich zulässig, dass ein Schulrat in ein mehrköpfiges Schulleitungsteam ausschliesslich Männer wählt, auch wenn eine valable und kompetente Kandidatin zur Verfügung steht? |
3. | Hätte die Regierung die Beschwerde (RRB Nr. 1995) auch aus materiellen Gründen gutgeheissen? |
10. Agathe Schuler: Eine Sportstunde wird weggespart
Der BAZ vom 11. September 2003 ist zu entnehmen, dass der Regierungsrat im Rahmen der harten Sparpolitik ab kommendem Schuljahr die Anzahl der Sportstunden an den Baselbieter Gymnasien um einen Drittel reduzieren will. Vorbehältlich eines Gesprächs mit den Sozialpartnern stehe diese Streichung im Budget.
Fragen:
Gemäss Bildungsgesetz vom 22. September 2002, § 35 beschliesst der Bildungsrat im Bereich der Volksschule und der Sekundarstufe II die Stundentafel und kann allfällige Ausnahmen hiervon bewilligen.
1. | Ist diese Aenderung der Stundentafel im Bildungsrat traktandiert gewesen? |
Wenn ja, welche Beschlüsse hat der Bildungsrat gefasst? | |
Gemäss Bildungsgesetz vom 22. September 2002, § 75 Abschnitt 2 nimmt der Vorstand der Amtlichen Kantonalkonferenz zu allen kantonalen Erlassen im Bildungswesen Stellung und gemäss § 75 Abschnitt 1 sind die Konferenzen der Schularten an der Lösung von Bildungsaufgaben ihrer Schulart beteiligt. | |
2. | Sind diese im Gesetz vorgegebenen Wege der pädagogischen Mitsprache vom Regierungsrat vor seiner Beschlussfassung beschritten worden? |
3. | Muss der Regierungsrat bei seinen Beschlüssen den kantonalen Gesetzen Rechnung tragen? |
4. | Wie stellt sich der Regierungsrat zur Tatsache, dass er mit dieser Sparmassnahme kantonales Recht verletzt? |
5. | Wie stellt sich der Regierungsrat zur Tatsache, dass er mit seinem Beschluss Bundesrecht (hier Bundesrecht betr. Angebot von mindestens 3 Sportlektionen pro Woche) verletzt? |
11. Juliana Nufer: Reduktion der Turnstunden an den Gymnasien
Gemäss BAZ-Artikel v. 11. September ist geplant die Turnstunden infolge Sparmassnahmen ab neuem Schuljahr an allen Gymnasien im Kanton um 1 Lektion zu reduzieren.
a) | Ist es richtig das speziell das Gymnasium Liestal einen angeblichen Turnhallennotstand hat? |
b) | Wenn ja, warum müssen den die anderen Gymnasien ebenfalls die Turnstunden reduzieren? |
c) | Wie hoch ist das Einsparungspotential (Investitionen und Kosten) durch die Reduktion der Turnlektionen , welches auf dem Buckel der Schüler erzielt werden kann? |
d) | Wie hoch ist die Summe, welche in Präventionsmassnahmen (Alkohol- Drogenmissbrauch) jährlich vom Kanton für Jugendprävention auf der Oberstufe und gesamthaft ausgegeben wird. |
e) | Wie hoch ist die Summe, welche der Kanton für Prävention im Bereich "Bewegungsmobilisierung der Bevölkerung" ausgibt? |
Landeskanzlei Basel-Landschaft
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