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Vorlage an den Landrat

 

 

Titel:

Kantonsspital Bruderholz: Sicherheitsrelevante Massnahmen Haustechnik/Brandschutz 1. Etappe; Baukreditvorlage

vom:

8. Juli 2003

Nr.:

2003-168

Bemerkungen:

Inhaltsübersicht dieser Vorlage || Verlauf dieses Geschäfts


 

4. Das Projekt

Das Projekt ist auf Grund der Sicherheitsrelevanz, der Überalterung von Anlagenkomponenten und der Dringlichkeit in zwei Etappen für die zeitliche Umsetzung beschrieben.




4.1 Teilprojekte Etappe 1


Betreffen Anlagen, die entweder in entscheidenden Teilen bereits defekt sind oder deren Ausfall durch Defekte unmittelbar zu erwarten ist. Es handelt sich um Anlagen, deren Nicht- bzw. Fehlfunktion in kurzer Zeit zu betrieblichen Störungen bis hin zu lebensbedrohenden Situationen führen können. Der Handlungsbedarf an solchen Anlagen ist äusserst dringend. Planung und Ausführung haben umgehend zu erfolgen, da das Spital während 24 Stunden über das ganze Jahr in Betrieb steht und die Versorgungsanlagen einwandfrei zu funktionieren haben. Für Teilprojekte in dieser Etappe gibt es keinen Zeithorizont für einen Ausführungs-Aufschub.


1. Brandmeldeanlage
Die Brandmeldeanlage im gesamten Bettenhaus und der angegliederten Flachbauten entspricht nicht den gültigen Brandschutz-Vorschriften. Sie ist nicht oder ungenügend in funktionelle Zonen eingeteilt und weist erhebliche Überwachungslücken auf. Ausgehend vom bereits installierten System wird die Brandmelde-Anlage zur Früherkennung eines Brandfalles erweitert und zonengerecht aufgebaut. In dieser Etappe sind Massnahmen im EG, 1. OG und ab 6. OG sowie in der Personalsiedlung PWS vorgesehen. Die übrigen Stockwerke Bettenhaus (2. bis 5. OG) werden in die nächste Etappe integriert.


2. Notlicht-Anlage
Die Gebäude im KSB sind nur teilweise mit Notlicht ausgerüstet. Insbesondere die Fluchtwegbeleuchtung ist ungenügend hinsichtlich der Ausstattung. Die bisher nicht oder ungenügend ausgerüsteten Flächen und Fluchtwege werden entsprechend nachgerüstet.


3. Steuerung der Elektro-Hauptverteilung (HV-Steuerung)
Die bestehende HV-Steuerung mit zwei VME-Rechner ist komplett ausgefallen und musste im Sommer 2002 notfallmässig und provisorisch durch eine manuelle Steuerung ersetzt werden. Die Steuerung der gesamten Elektro-Hauptverteilung mit der Steuerlogik für alle Koppelschalter, der Notkriterien und der Zuschaltung und Synchronisation des Notstrom-Diesels und einer optionalen zweiten Noteinspeisung soll als Massnahme umgehend ausgeführt werden.


4. Steuerung Notstrom-Diesel
Die bestehende elektromechanische Steuerung des Notstrom-Dieselaggregates erfüllt die heutigen Anforderungen nicht mehr. Sie ist störungsanfällig, mit einer modernen Steuerung nicht kompatibel und nicht auf dem benötigten Stand der Sicherheit. Die Steuerung wird komplett ausgebaut und mit der für das bestehende Aggregat notwendigen Steuerlogik (analog dem bisherigen Steuermanagement) mit neuen Komponenten auf den neusten Stand der Sicherheit gebracht und in die HV-Steuerung integriert.


5. Alarmsystem für technische Störungen
Das bestehende Alarmsystem ist veraltet und verfügt über ungenügende Redundanzen. Es wird ein neues System mit Alarmserver und redundanter Notalarmierung eingesetzt. Angewendet wird Email-Technologie zur Verwendung von SMS, Mail, Pager und Fax. Übernommen werden alle Signale analog, digital über ISDN, ADSL und Ethernet.


6. Blindstromkompensation
Die bestehende Blindstromkompensation verursacht Störungen durch den gleichzeitigen Betrieb von verdrosselten und unverdrosselten Anlagen im KSB. Die Anlage ist am Ende der Lebensdauer und genügt den Kapazitätsansprüchen der bestehenden elektrischen Installationen nicht.
Die bestehende Anlage wird ersetzt durch eine zentrale, der Hauptverteilung zugeteilte Blindstromkompensation sowie durch dezentrale, kleinere Einheiten.


7. Potentialausgleich
Im heutigen Stand sind Potentialdifferenzen (d.h. Spannungsdifferenzen) möglich, sodass Personen- und/oder Sachschäden nicht auszuschliessen sind. Der Ausbau des Potentialausgleichs ist nach NIV2002 laufend zu vollziehen.


8. Wasseraufbereitung
Die bestehenden Einrichtungen zur Wasseraufbereitung, bestehend aus Pendel-Enthärtungsanlage, Teilentsalzung und Vollentsalzung sind in kritischem Zustand. Die chemikalienbehafteten Behältnisse sind stark korrodiert und am Ende der Lebensdauer angelangt. Die laufenden Unterhaltsarbeiten nehmen unverantwortliche und teilweise nicht durchführbare Ausmasse an. Die Anlagen sind dringend zu ersetzen. Die Erneuerung der Wasseraufbereitung erfolgt durch Ersatz der Pendel-Enthärtungsanlage durch eine Parallel-Enthärtung sowie durch Einzelenthärtung für Weichwasserbedarf. Für die Reinwasser-Bezüger (u.a. Dampf) wird eine Gegenosmoseanlage mit Stapelbehälter installiert. Die Vorratsbehälter für Regenerationschemikalien werden ausgetauscht.


9. Wasserversorgung, zweite Netz-Einspeisung
Das gesamte Bruderholzspital wird über eine einzige Trinkwasserzuleitung ab dem Netz der Gemeinde Binningen, heute IWB-Netz ("rote Zone" IWB) versorgt.
Eine spitalinterne Speicherung von Trinkwasser erfolgt in geringem Umfang im Vergleich zum Tagesbedarf (Reservoirinhalt reicht für zirka 1/2 Stunde). Für die Wahrung der Betriebssicherheit ist eine redundante Einspeisung notwendig. Zusätzlich muss die Speisung einer zukünftigen Sprinkleranlage ohne spätere Umbauten und Unterbrüche gewährleistet werden. Eine neue, zweite Einspeisung erfolgt ab dem IWB Netz ("grüne Zone"). Sie wird an der bestehenden Leitung Ecke Schäublinstrasse/Friedrich-Oser-Strasse abgenommen und via Kirschtalgraben ins 3. UG des Spitals eingeführt. Beide Einspeisungen werden drucküberwacht und mit neuen Motorventilen gesteuert.


10. Nasslöschposten
Es sind Anpassungen an den Nasslöschposten in Form von Schlauchauswechslungen, Lagenwechsel und Einbau von Abgangsstutzen für Unterbruchsfreien Sprinkleranschluss notwendig.


11. Druckerhöhung Kaltwassernetz Druckzonen II und III
Das Kaltwassernetz ist, soweit bekannt, in gutem Zustand. Die Druckerhöhung (Winddruckkessel) für die Druckzonen II und III sind in schlechtem Zustand. Ersatzteile sind nur noch erschwert erhältlich. Die Wartungstätigkeiten sind intensiv. Die bestehenden Druckerhöhungsanlagen werden ersetzt.


12. Brauch-Warmwasserverteilung (60°C)
Das Warmwasser-Verteilnetz ist vor allem im 3. UG stark verkalkt und teilweise mit Korrosionen behaftet. Die adäquate Reaktion darauf ist der Ersatz von Leitungen und Armaturen in diesem Geschoss. Die nicht mehr aktiven Leitungen Heisswasser und Desinfektion werden demontiert und durch neue Warmwasser-Verteilleitungen ersetzt. Nach Abschluss der Montagen erfolgt der Zusammenschluss und die nachmalige Demontage der stillgelegten Warmwasserleitungen.


13. Legionellen-Massnahmen
Die vier installierten Brauch-Warmwasser-Systeme werden mit 60°C betrieben und verfügen über keinerlei Einrichtungen zur Bekämpfung von Legionellen. Es müssen dringend Vorkehrungen zur Verhinderung von Legionellenwachstum vorgenommen werden. Die vorhandenen, und nicht mehr benötigten Speicher vom Heisswassernetz der Topfspülanlagen können zur Legionellenbekämpfung herangezogen werden, indem diese zur Zirkulation mit hoher Temperatur betrieben und so das Warmwassernetz periodisch rückwärts mit Wasser von höher als 70°C durchspült wird.
Dazu sind hydraulische Eingriffe und entsprechende Wärmetauscher zur Legionellenschaltung notwendig. Gleichzeitig sind betrieblich die nicht heiss durchspülten Armaturen wie Duschenbrausen etc. in die Legionellenbekämpfung einzubeziehen.


14. Topfspülanlagen
Die bestehenden Topfspülanlagen werden mit Warmwasser (85°C) gereinigt. Dies beinhaltet ein erhebliches Hygienerisiko und entspricht auch nicht den geltenden Vorschriften. Die über 30 Jahre alten Topfspülanlagen sind durch Geräte zu ersetzen, welche auf dem heutigen technischen und hygienischen Stand sind.
Jede der insgesamt 44 Topfspülanlagen ist mit Kaltwasser, Warmwasser und Elektrizität für die Dampferzeugung und Steuerung zu erschliessen.


15. Kälteerzeugung Teil 1
Die bestehende Kälteanlage ist am Ende der Lebensdauer angelangt. Die Ersatzteilbeschaffung wird immer schwieriger. Die Rückkühlleitungen sind in schlechtem Zustand. Deren Ausfall würde den Totalausfall der Kälteerzeugung (für mehrere Wochen) bedeuten. Die Kältemaschinen sind im Bestand gefährdet. Deren Wärmetauscher, insbesondere die Kondensatorseite, ist stark von Korrosion betroffen. Ein Kondensatorbruch führt zum Totalausfall einer Kältemaschine. Die gesamte Kälteerzeugung sollte dringend mit einem Totalersatz saniert werden.
Es ist vorgesehen, die Kältezentrale in zwei Etappen zu sanieren. Bei gleichzeitiger Inbetriebhaltung eines der bestehenden Turbos mit einem Provisorium auf die Rückkühlung werden die Kolbenmaschinen ersetzt durch einen Schraubenverdichter mit Sicherheits-Kältemittel. Die gesamten Rückkühlleitungen und die Anbindung an die Wärmerückgewinnung werden ersetzt.
Die MSR-Einrichtungen und Schaltschränke werden ersetzt. Die bestehende Rückkühlung ist in gutem Zustand. Sie wird unverändert weiter verwendet.


16. Kühlung Niederspannungs-Hauptverteilung (NS-HV)
Der Raum mit der NS-HV ist mit wichtiger Elektronik bestückt und bisher ungenügend gekühlt. Daraus ergeben sich unzulässig hohe Temperaturen, welche einerseits die Betriebssicherheit gefährden und andererseits die Lebenserwartung der installierten Steuerungen herabsetzen. Zur Abhilfe wird eine Kühlanlage sowie eine Lüftungsanlage mit minimaler Frischluftversorgung installiert.


17. Kleintransportanlagen KTA
Die Kleintransportanlage (KTA) ist seit 30 Jahren in Betrieb. Die Zuverlässigkeit der KTA wird immer kritischer. Auf Grund häufiger Störungen umgehen die Benützer für wichtige Transporte die Anlage. Die meisten Störungen gehen von der Lesestationen, der veralteten Anlagensteuerung und dem schlechten Zustand der Vertikalförderer aus. Die KTA ist für den Spitalbetrieb ein sehr wichtiges Transportmittel. Täglich werden mehr als 600 Transporte abgewickelt. Eine gut funktionierende Anlage ist deshalb für den Spitalbetrieb zwingend. Die vorgesehenen Sicherheitsmassnahmen sollen als Teilsanierung ausgeführt werden, sie gewährleisten eine gut funktionierende Anlage für die nächsten 8 bis 10 Jahren.


18. Liftanlagen mit Rea-Funktion: Türen & Steuerung
Die Türen aller dieser Lifte sind durch den 30-jährigen Betrieb mechanisch derart abgenutzt, dass deren zuverlässiges Funktionieren nicht mehr gewährleistet ist. Bei den sechs Liften im Bettenhaus, die vom Reanimations-Team und für den Patiententransport benutzt werden, kann der jetzige Zustand zu lebensbedrohenden Situationen führen (Wartezeiten bei Betriebsunterbrüchen etc.). Die Steuerungen der Lifte können nicht mehr vernünftig gewartet werden, und die Rea-Funktionalität kann nur unbefriedigend wahrgenommen werden. Der Ersatz der Türen und der dazugehörigen Liftsteuerung ist vorrangig auszulösen.


19. Planung Sanierung Wärmeinstallation und Brandschutz
Es handelt sich dabei um Teilprojekte, die im Verlauf der Bearbeitung der sicherheitsrelevanten Massnahmen erweiterte Dimensionen angenommen haben, sodass sie innerhalb der gesetzten Frist einerseits und des bewilligten Planungskredites nicht auf den selben Stand bearbeitet werden konnten. Um die Kontinuität der weiteren Schritte gewährleisten zu können, ist die Planung der in der zweiten Etappe vorgesehenen Massnahmen im Bereich Wärme und Brandschutz vorzuziehen und in der ersten Etappe durchzuführen.
Die Planung beinhaltet die Vorprojektierung sowie ein detailliertes Bauprojekt mit Kostenvoranschlag als Basis für die zweite Etappe.




4.2 Teilprojekte Etappe 2


Die Teilprojekte der Etappe 2 betreffen Anlagen, deren Nicht- bzw. Fehlfunktion zu wesentlichen Betriebsstörungen und unter Umständen zu lebensbedrohenden Situationen führen können. Handlungsbedarf ist gegeben. Der Zeithorizont für die Umsetzung der Teilprojekte in der Etappe 2 ist mit maximal 2 bis 3 Jahren zu veranschlagen.


In dieser Vorlage werden sie im Sinne der Übersicht und Transparenz dargestellt, das Kreditbegehren soll jedoch, wie bereits erwähnt, in rund zwei Jahren gestellt werden. Dadurch ist es für die konkrete Planung dieser zweiten Etappe auch möglich, die Resultate der Spitalplanung zu berücksichtigen.


1. Abgangsfelder Niederspannungs-Hauptverteilung
Die bestehenden Abgangsfelder erfüllen die heutigen Sicherheitsanforderungen für Schaltgerätekombinationen nicht. Aufschaltungen weiterer Verbraucher können nicht gefahrlos und unterbruchsfrei vorgenommen werden. Die Abgangsfelder werden entsprechend den heute geltenden Sicherheitsbestimmungen umgebaut.


2. Zweiter Notstrom-Diesel
Heute verfügt das KSB über einen einzigen Notstrom-Diesel. Im Fall einer Havarie oder während Revisionsarbeiten genügt dies nicht für die Anforderungen eines Spitalbetriebs. Die Platzreserven sind für den Einsatz eines zweiten Aggregates bereits geschaffen, jedoch nicht konsequent auf Betriebssicherheit hinsichtlich Zugänglichkeit und Brandschutz ausgelegt. Es wird ein zweites Notstromdiesel-Aggregat im bestehenden Raum aufgestellt. Die Brandschutz-Massnahmen werden baulich so eingesetzt, dass ein autonomer Betrieb der beiden Notstrom-Anlagen möglich ist.


3. Unterbruchslose Stromversorgung (USV-Anlage)
Der heutige Standort der USV-Anlage in einer Durchgangszone mit gleichzeitiger Lagernutzung bedeutet ein erhebliches Brand-Sicherheitsrisiko. Die Anlage ist weder belüftet noch gekühlt, was zu einer Verringerung der Lebensdauer führt. Die USV-Anlage wird versetzt und in einen eigenen Brandabschnitt überführt. Sie wird mit einer ausreichenden Lüftungsanlage und Kühlung versehen.


4. Leitsystem
Das bestehende Leitsystem für die Haustechnikanlagen ist am Ende der Lebensdauer angelangt und kann nur noch mit grossem Aufwand an Engineering weiter betrieben werden. Dies gilt vor allem bei Integrationen von beliebigen Erweiterungen und Anpassungen an den laufenden Betrieb.
Es wird ein neues System mit einer einheitlichen Plattform aufgebaut, an das alle im KSB installierten Systeme aufgeschaltet werden können. Die Offenheit garantiert, dass zukünftige Installationen an das System angekoppelt werden können. Die Integration der einzelnen Gewerke erfolgt über Web-Technologie, um weitgehende Lieferanten-Unabhängigkeit zu erzielen.


5. Leitrechner
Das bestehende Leitsystem ist an der Grenze der Kapazität angelangt. Das System wird vom Hersteller nicht mehr weiter entwickelt. Die Lieferung von Ersatzteilen und technischem Support ist auf lange Sicht nicht gesichert. Das System erfüllt die Anforderungen hinsichtlich Datenkommunikation mit den heute angewendeten Mitteln nicht mehr. Es wird für die gesamten Bereiche der HLK-Leitebene ein neues, den heutigen Bedürfnissen und technischen Notwendigkeiten entsprechendes Leitsystem, basierend auf Web-gestützten Informationen aufgebaut.


6. Medizinaldruckluft (DLM)
Die medizinische und technische Druckluft wird bis heute in einer gemeinsamen Anlage erzeugt. Dies entspricht weder den effektiven hygienischen Spitalanforderungen noch den geltenden Vorschriften nach Norm SN EN 737-3. Die installierte Anlage weist technische Mängel auf und ist erheblich störungsanfällig. Die bestehende Anlage soll umgebaut und für die technische Druckluft weiter verwendet werden. Für die medizinischen Anforderungen nach reiner Druckluft wird eine neue DLM-Kompressoren-Anlage eingerichtet und mit Kupferleitungen an das bestehende Verteilnetz DLM angeschlossen.


7. Verteilnetz Brauch-Warmwasser 60°C im 2. OG
Das Brauch-Warmwasser-Verteilnetz ist auch im 2. OG stark verkalkt und teilweise mit Korrosionen behaftet. Die adäquate Reaktion darauf ist der Ersatz von Leitungen und Armaturen in diesem Geschoss. Die Ausführung kann erst erfolgen, wenn im 3. UG die erforderlichen Massnahmen der 2. Priorität umgesetzt sind.


8. Erneuerung Wärmeerzeugung
Die sicherheitsrelevante Überprüfung der gesamten Wärmeerzeugung Heisswasser (Dampf für Sterilisation, Küche und Befeuchtung) sowie Warmwasser (Heizung, Brauchwarmwasser) hat ergeben, dass grundsätzlich grosser und dringender Handlungsbedarf gegeben ist.
Die gesamte Anlage ist mit Ausnahme eines Warmwasser-Kessels und der erfolgen Sanierung zur Luftreinhalteverordnung rund 32 Jahre alt. Die Anlage weist sowohl Sicherheitslücken bei der grossen Heisswasserspeicherung und bei fehlenden hydraulischen Redundanzen als auch Sicherheitsmängel bei den bestehenden Heisswasser-Kessel und den Armaturen auf. Eine allfällige Havarie führt dazu, dass bestehende Redundanzen nicht aktiviert werden können als Folge von korrodierten Armaturen. In einem solchen Fall würde das den unmittelbaren Totalausfall der Sterilisation beziehungsweise der Küche und damit die sichere Lähmung des Spitalbetriebes bedeuten.
Die Leistung der Heizungsanlage ist nicht bedarfsgerecht; insbesondere der Anteil der Heisswassererzeugung ist stark überdimensioniert. Das führt zu einer komplizierten Hydraulik zwecks Umformung zur benötigten Niedertemperatur-Wärme, zu erhöhtem Risikopotential und zu einem unwirtschaftlichen Betrieb.
Die gesamte Regeltechnik ist störungsanfällig. Ersatzteile bei Feldgeräten wie auch bei Regelapparaten sind nicht oder nur noch erschwert erhältlich. Entsprechend ist ein Ersatz der Regulierung notwendig. Aus diesem Grund ist die gesamte Wärmezentrale neu zu konzeptionieren und auf der Basis eines angepassten Projektes zu sanieren.


9. Kälteversorgung Teil 2 und 3
Die bisher verbleibenden Turbo-Maschinen mit der hydraulischen und elektrischen Anbindung werden demontiert und durch neue Schrauben-Verdichteranlagen auf der Basis von Sicherheits-Kältemittel ersetzt. Ebenfalls ersetzt werden die zugehörigen Schaltschränke und die MSR-Anlage zu den beiden Kältemaschinen. Die so gesamthaft installierte Leistung entspricht in etwa der bisherigen Kapazität. Es wird keine entscheidende Leistungssteigerung vorgenommen. Energetisch ist die neue Kälteanlage um annähernd den Faktor 2 besser als die bisherigen Turboverdichter, d.h. für die Erzeugung der erforderlichen Kälteenergie ist nur noch etwa 50 % des bisherigen Energieaufwandes (Elektroenergie) erforderlich.


10. Lüftungsanlage Sanitärzentrale
Die Sanitärzentrale ist aus hygienischen Gründen sowohl mit einer minimalen Frischluft zu versorgen und die Raumtemperatur ist zu überwachen. Dazu wird eine Zweizonen-Lüftungsanlage installiert, die den Anforderungen, insbesondere den spitalspezifischen Hygieneanforderungen, entspricht.


11. Übrige Lifttüren & Steuerung ohne Rea-Funktion
Die Türen sämtlicher Lifte sind durch den 30-jährigen Betrieb stark abgenutzt. Eine zuverlässige Funktion ist nicht mehr gewährleistet. Der Ersatz der Türen und der zugehörigen Steuerung für alle Liftanlagen ist notwendig.


12. Brandschutzmassnahmen
Dokumentiert durch die Berichte der generellen Bauwerksuntersuchung im Jahr 2000 und durch die Analyse des Sicherheitsbeauftragten im Jahr 1998 geht hervor, dass nicht nur die haustechnischen Installationen als Sicherheitsrelevante Massnahmen zu behandeln sind, sondern auch die aktuelle Brandschutz-Situation, welche in einzelnen Bereichen absolut ungenügend ist. Dies ist deshalb bedenkenswert, als dass sich der Brandschutz hauptsächlich durch das Fehlen geeigneter technischen und baulichen Einrichtungen und nicht durch einen mangelhaften oder alarmierenden Zustand bemerkbar macht.
In einem Schadenfall wird sich das Schadenbild dadurch definieren, dass nicht defekte sondern fehlende Einrichtungen und Massnahmen das Schadensausmass - Sachschaden wie Personenschaden - massgeblich beeinflussen.
In der Behandlung von Sicherheitsrelevanten Massnahmen kann dieser Aspekt unter keinen Umständen ausgeblendet werden


Entscheidend in der Beurteilung der brandschutztechnischen Massnahmen sind die folgenden zwei Punkte:


- zum Bestand:
Das Kantonsspital Bruderholz wurde 1966 bis 1970 erstellt mit dem damaligen Wissen und der dannzumal geltenden Gesetzeslage hinsichtlich Brandschutz im Hochbau. Hier ist zwischenzeitlich einiges - nicht zuletzt auf Grund von Katastrophenerfahrungen - massgeblich korrigiert worden.


- zum Risikopotential:
Der Umstand, dass bis heute nichts passiert ist, rechtfertigt das Belassen der heutigen Situation nicht. Das ist damit begründet, dass das Belassen eines alten Bestandes mit entsprechenden Installationen durch das voranschreitende Alter das Brandrisiko erhöht. Es bleibt nicht einfach alles beim Alten. Der Zustand verschlechtert sich und damit steigt das Risiko eines möglichen Brandausbruches.
Das Schadenausmass im Brandfall manifestiert sich in aller Regel nicht durch einen ausbrechenden Brandherd, sondern durch die Auswirkungen von fehlenden oder nicht funktionierenden Abschottungsmassnahmen gegen Feuer und Rauch sowie gleichzeitig fehlender Früherkennung durch geeignete Brandmeldeeinrichtungen.
Genau hier ist im Kantonsspital Bruderholz anzusetzen. Dabei ist zu erkennen, dass für einen adäquaten Schutz eines öffentlichen und hochkomplexem Gebäudes wie dem Kantonsspital nur beide Komponenten - die präventive Früherkennung und die brandschutztechnische Verhinderung von Rauch- und Feuerausbreitung zu einem genügenden Schutz führen werden.


- zu den Massnahmen:
Die Massnahmen bestehen darin, dass im Bereich der Treppenhäuser in allen Korridoren Brandschutztüren eingebaut werden müssen. Die in diesen Bereichen vorhandenen Durchführungen von Luftkanälen sind mit Brandschutzmassnahmen auszurüsten. Ferner ist die zweite Fluchtwegbildung durch die Korridore in geeigneter Weise sicherzustellen und als geeignete Brandabschnitte auszubilden. Die Treppentürme sind als eigene Brandabschnitte auszubilden.
Die KTA (Kleintransportanlage), welche quer durch das ganze KSB führt, ist in die Brandschutzüberlegungen mit einzubeziehen. Durchführungen durch Brandabschnitte horizontal und vertikal sind mit Brandschutz-Schleusen auszurüsten.


- zur Planung:
Insgesamt ist die Situation Brandschutz im KSB so zu beurteilen, dass dringender Handlungsbedarf gegeben ist. Es ist aber im heutigen Zeitpunkt, im Gegensatz zu den übrigen Medien, wo Ersatzanlagen zu generieren sind, nicht möglich, eine abschliessende und verbindliche Projektierung vorzulegen. Es ist deshalb dringend notwendig, in der erste Etappe die Brandschutzplanung voranzutreiben.




4.3 Konsequenzen


Aus der Betrachtung der sicherheitsrelevanten Massnahmen ergeben sich entscheidende Konsequenzen für die weitere Beurteilung vom Kantonsspital Bruderholz.


Basis für die weitere Spitalentwicklung
Der heute bestehende Leistungsauftrag des Spitals kann aus der Sicht der Betriebs- und Funktionssicherheit der haustechnischen Installationen mit der Umsetzung der Sicherheitsrelevanten Massnahmen Etappe 1 und 2 gesichert werden.
Mit der Umsetzung der Sicherheitsrelevanten Massnahmen wird eine Basis gelegt, welche weitere Entwicklungen des Kantonsspitals Bruderholz vollumfänglich sichert. Das bedeutet, dass keine Massnahmen getroffen werden, die eine künftige Entwicklung des Spitals behindern oder präjudizieren würden.
Alle Teilprojekte werden so ausgerichtet, dass Anpassungen an einen künftigen Leistungsauftrag als Option ermöglicht werden, jedoch ohne dazu heute Vorinvestitionen für einen unbekannten Leistungsauftrag zu tätigen.


Komfort, Energie, Ausbaustandard
Mit der Umsetzung der Sicherheitsrelevanten Massnahmen werden keine Komfortsteigerungen und keine Kapazitätserhöhungen vorgenommen.
Hinsichtlich Energieeffizienz werden Ersatzanlagen energetisch entsprechend dem heutigen Stand der Technik verbessert, jedoch durch die Sicherheitsrelevanten Massnahmen weder prioritär angestrebt oder beabsichtigt.
Der Ausbaustandard der Sicherheitsrelevanten Einrichtungen und Massnahmen wird unter der Prämisse "so viel wie nötig" und nicht "so gut wie möglich" durchgeführt. Das bedeutet, dass mit Blick auf Sicherheitsaspekte und Erneuerungen wirklich nur das gemacht wird, was aus entsprechenden Überlegungen heraus notwendig ist. Allein wünschbares wird weggelassen, um Kosten zu sparen und Raum für künftige Entwicklungen offen zu lassen.


Generelle Sicherheit
Die funktionale und betriebliche Sicherheit als entscheidender Faktor für die Nutzer wird entscheidend verbessert und an den Stand der heutigen, begründeten Bedürfnisse angepasst. Als Nutzer sind in erster Linie die Patienten zu nennen, deren Sicherheitsbedürfnisse in einem Spital erhöht sind, insbesondere auch was die Bereiche der operativen Tätigkeiten betrifft.
Im Bereich Brandschutz haben alle Personen, die sich in den betroffenen Bauten aufhalten, ein entsprechendes Sicherheitsbedürfnis, das mit den Sicherheitsrelevanten Massnahmen entsprechend abgedeckt wird.
Für die medizinischen Tätigkeiten wird im Einflussbereich der haustechnischen Installationen ein Stand der Sicherheit erreicht, der den Bedürfnissen der Nutzer sowohl aus Sicht der Patienten wie auch aus Sicht des medizinischen Personals entspricht. Hinsichtlich der Brandschutz-Sicherheit wird ein Stand erreicht, wie er von allen Personen, die sich in diesen Gebäuden aufhalten, in der Schweiz als minimalem Standard erwartet werden kann.



 

Fortsetzung >>>

 

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