Bericht Nr. 2002-124 an den Landrat | |
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Bericht der: |
| Geschäftsprüfungskommission |
vom: | 16. Mai 2002 | |
Titel des Berichts: | Überprüfung der Umsetzung der Empfehlungen aus dem Bericht der Sonderkommission Kantonsspital Laufen, Vorlage 1999/086 vom 29. April 1999 | |
Bemerkungen: |
1. Einleitung und Ausgangssituation
a) | dass die Vielfalt der Krisen um einige Dimensionen grösser ist als diejenige der Katastrophen (und diese deshalb schlechter als solche erkennbar sind), |
b) | dass eine Krise respektive die Anbahnung derselben nicht für jedermann erkennbar ist und aufgrund unterschiedlicher Beurteilung auch verschieden bewertet wird. |
Dazu führte der Regierungsrat aus:
«Zu Punkt a):
Aufgrund der Verschiedenheit ist die Bewältigung sehr komplex und nicht nach vordefinierten Regeln ‹abzuarbeiten›. Für die fachliche Bewältigung stehen die Expertinnen und Experten der kantonalen Verwaltung zur Verfügung, welche in der konkreten Sachfrage die möglichen Massnahmen darzulegen haben, aus welchen die politisch Verantwortlichen die konkrete Auswahl zu treffen haben. Die hierzu notwendigen Personalressourcen sind dieselben wie in ‹Friedenszeiten›, und auch die Entscheide sind dieselben - allerdings unter grösserem Zeitdruck zu fällen als sonst. Eine Spezialorganisation in diesem Bereich zu schaffen kann deshalb keine Verbesserung bei der Krisenbewältigung bewirken.
Bei der politischen Krise liegt ein Grossteil der zu treffenden Massnahmen in der richtigen Orientierung der Oeffentlichkeit. In der Landeskanzlei wird die Informationstätigkeit des Regierungsrates koordiniert. Zudem ist in jeder Direktion eine Informationsbeauftragte bzw. ein Informationsbeauftragter eingesetzt, welche/r diese Aufgabe auf Direktionsstufe wahrnimmt. Diese Informationsbeauftragten wiederum treffen sich zum regelmässigen Informationsaustausch und analysieren Informationsabläufe generell und anhand von konkreten vergangenen Krisen, halten sich also gegenseitig auf dem Laufenden und bilden sich anhand von Szenarien und Analysen weiter.»
Zu Punkt b):
Was die Früherkennung von Krisen anbelangt, so hat der Regierungsrat eine so genannte «Watch-List» eingeführt, in welche Regierungsmitglieder aufgrund von Meldungen der Dienststellenleitungen Situationen aufnehmen lassen, welche zu Krisen führen könnten. Auf diese Weise bestehe ein Frühwarnsystem, welches neuralgische Punkte möglichst frühzeitig aufzeigen soll und deren gemeinsame Beurteilung durch das Regierungskollegium ermögliche.
Die Regierung vertritt die Ansicht, dass mit diesen bestehenden und neuen Massnahmen die richtige Organisation für ein «Krisenmanagement» im Sinne der damaligen GPK-Sonderkommission besteht.
4. Feststellungen
4.1 | Das Kantonsspital Laufen geht gestärkt aus einer langjährigen Krise hervor, welche am 10. Januar 1999 zum Eklat und in der Folge zur Einsetzung der Sonderkommission der Geschäftsprüfungskommission führte. Die Chancen für die Stärkung des Spitals werden von der neuen Spitalleitung zusammen mit dem Personal engagiert wahrgenommen. |
4.2 | Mit den laufenden Verbesserungen durch die prozessorientierte Teamentwicklung und die Investitionen in die Infrastruktur werden die Qualitäten des Kantonsspitals Laufen für die Patientinnen und Patienten noch gesteigert und gleichzeitig das Spitalpersonal weiter motiviert. |
4.3 | Während die Empfehlungen 1 bis 5 durch die Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion rasch umgesetzt werden konnten, tat sie sich bei der Umsetzung der Empfehlungen 6 und 7 anfänglich etwas schwer. Nach den gleichzeitigen Rücktritten des Co-Chefarztes Chirurgie und des Pflegedienstleiters wurde schliesslich die Stelle eines Chefarztes der Chirurgischen Klinik doch ausgeschrieben und nun auch besetzt. Dieser Personalentscheid der Regierung entspricht dem Anliegen der Empfehlung der Sonderkommission und trägt zur weiteren Stärkung des Kantonsspitals Laufen bei. Er wurde zudem auch von der Spitalleitung gewünscht. |
4.4 | Bei der Ueberprüfung der Aufgaben, Funktion und Kompetenzen der kantonalen Spitalaufsichtskommission (Empfehlung 8) konnte die Geschäftsprüfungskommission zusammen mit der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission aufzeigen, dass eine spezielle, ständige Spitalkommission keine Aufgaben mit entsprechender Kompetenz und Verantwortung mehr hat und daher in diesem Sinn auch nicht mehr nötig ist. Dabei spielten die Erkenntnisse und Erfahrungen der Sonderkommission im Zusammenhang mit der Krise am Kantonsspital Laufen eine wesentliche Rolle. Aber auch das neue Personalrecht führte zu dieser Einsicht. |
4.5 | Die Stellungnahme des Regierungsrates zu den Empfehlungen 9 und 10 vermag nicht zu befriedigen. Zwar wurde mit der so genannten «Watch-List» offenbar ein neues Instrument zur Auflistung von Situationen, welche zu Krisen führen können, geschaffen. Die Früherkennung von Krisen und Konflikten im und um den Kanton und in der Verwaltung kann damit möglicherweise besser gewährleistet werden, ist jedoch aus Sicht der Geschäftsprüfungskommission noch kein Instrumentarium für präventive Massnahmen zur Verhinderung des Ausbruchs von Krisen und Konflikten oder für frühzeitige und angemessene Eingriffe zu deren Bewältigung. |
Wie schwer sich die Regierung mit diesem Thema tut, ist auch am Schicksal des Dringlichen Postulats 1999/247 der FDP-Fraktion vom 25. November 1999 betreffend die Einrichtung eines Krisendispositivs abzulesen: | |
Das dringlich überwiesene Postulat wird mit der Sammelvorlage 2002/020 von der Regierung zur Abschreibung beantragt, nachdem in der Sammelvorlage 2001/101 vom 10. April 2001 noch dessen Beantwortung im ersten Semester 2001 angekündigt worden war. Die Postulantin fasste nach und erkundigte sich mit ihrer Interpellation 2001/272 nach dem Stand der Bearbeitung. Von der Antwort des Regierungsrates anlässlich der Landratssitzung vom 21. März 2002 zeigte sie sich nicht befriedigt. Auch die GPK beantragt in ihrem Bericht vom 25.04.2002 zur Vorlage 2002/020, das Postulat 1999/247 nicht abzuschreiben. |
5. Antrag an den Landrat
Die Geschäftsprüfungskommission beantragt dem Landrat, von ihrem Bericht über die Ueberprüfung der Umsetzung der Empfehlungen aus dem Bericht der Sonderkommission zu den Vorkommnissen am Kantonsspital Laufen Kenntnis zu nehmen.
Namens der Subkommission II
Der Präsident: Heinz Aebi
Die Geschäftsprüfungskommission hat den vorliegenden Bericht anlässlich ihrer Sitzung vom 16. Mai 2002 genehmigt und zuhanden des Landrates verabschiedet.
Namens der Geschäftsprüfungskommission
Der Präsident: Dieter Schenk
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