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Protokoll der Landratssitzung vom 22. März 2007

 

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2006-295 vom 16. November 2006
Interpellation von Christoph Frommherz, Grüne: UNO- Weltdekade zur Bildung für eine Nachhaltige Bildung von 2005- 014 und Umweltbildung
- Beschluss des Landrats am 15. Februar 2007 < abgesetzt >
- Beschluss des Landrats am 22. März 2007: < beantwortet >



 

Nr. 2341

Regierungspräsident Urs Wüthrich (SP) macht bei der Beantwortung der Interpellation folgende drei Vorbemerkungen:


1)

Die Interpellation von Christoph Frommherz bezieht sich auf das Projekt der UNO-Vollversammlung vom 20. Dezember 2002 unter dem Titel "UNO-Weltdekade zur Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung".

2)

Die Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung hat zum Ziel, die Menschen zu einer aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Welt zu motivieren und zu befähigen, auch unter Berücksichtigung globaler Aspekte. Die Bildung zu einer Nachhaltigen Entwicklung ist also mehr als nur Umweltbildung und schliesst ausdrücklich auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche ein.

3)

Die Situation im Kanton Basel-Landschaft ist dergestalt, dass der Regierungsrat im Jahre 2003 seine Strategie "Nachhaltige Entwicklung 2003 - 2007" formuliert und verabschiedet hat, mit dem Ziel, den Weg der Nachhaltigkeitspolitik im Kanton weiter zu verankern und optimale Voraussetzungen für die Umsetzung auf kantonaler, aber auch auf kommunaler Ebene zu schaffen.

Gemäss dem Bericht des Forums für Nachhaltige Entwicklung BL, aber auch gestützt auf einen entsprechenden Regierungsratsbeschluss aus dem Jahre 2001 sind die Handlungsfelder und Massnahmen priorisiert worden; dabei ist das Handlungsfeld "Wissen und Bildung" an die erste Stelle gesetzt worden.



Zu den Fragen:


1. Im Bericht "Zukunft Umwelt Bildung Schweiz" wird auf Seite 27 den Kantonen folgende Aufgaben zugewiesen: Operative Umsetzung, Finanzierung, Koordination im Kanton, Umsetzungsstrukturen. Was hat der Kanton Baselland in den vergangenen fünf Jahren in dieser Richtung unternommen?


Ein breit angelegter Prozess in Richtung Nachhaltige Entwicklung auf der Basis der kantonalen Nachhaltigkeitsstrategie ist angelaufen. Das bereits erwähnte Forum für Nachhaltige Entwicklung BL ist einberufen worden. Ferner gibt es Nachhaltigkeitsaudits und eine Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Verwaltung. Mit dem Programm Impuls 21 wird Nachhaltige Entwicklung in den Gemeinden umgesetzt.


Auch im Bildungsbereich, wo die Verantwortung gemäss Strategie des Kantons bei der BKSD liegt, wird die Nachhaltige Entwicklung gefördert. Als Beispiel ist die grosse Veranstaltung "Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung" zu nennen, die im Jahre 2004 von der BUD, VSD, FKD zusammen mit der BSKD organisiert worden ist. Es ist dort um eine vertiefte Information und eine verbesserte Sensibilisierung für das Thema gegangen; erfreulicherweise stiess der Anlass bei den Vertretern aus dem Bildungsbereich auf grosses Interesse.


Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung wird im Kanton Basel-Landschaft bereits in verschiedenen Gefässen und Formen umgesetzt - im Unterricht, bei konkreten Aktivitäten in den Schulen auf den verschiedensten Stufen, durch übergreifende Projekte beim Amt für Volkschulen und beim Amt für Berufsbildung und Berufsberatung, aber auch bei der Weiterbildung im Schulbereich durch die Fachhochschule Nordwestschweiz oder die Fachstelle für Erwachsenenbildung.


2. Welche Stelle im Kanton befasst sich federführend mit der konkreten Umsetzung der UNO-Weltdekade für eine Nachhaltige Entwicklung?


Auf der Grundlage der bereits erwähnten Strategie des Kantons ist die Generalsekretären-Konferenz zuständig für die Koordination hinsichtlich Umsetzung in der kantonalen Verwaltung. Bei der Bildung für Nachhaltige Entwicklung liegt die Federführung beim Generalsekretär der BKSD.


3. Welche Aktivitäten wurden in dieser Hinsicht bereits in die Wege geleitet oder sind noch geplant?


Seit 2006 beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Generalsekretariat und verschiedenen Dienststellen der BKSD mit den Aufgaben; unterstützt wird sie dabei von Fachleuten der BUD. Es geht dabei um die zukünftige Umsetzung der Nachhaltigkeit im Bildungsbereich. Richtigerweise geht es um eine Auslegeordnung zur Situation in Sachen Nachhaltige Entwicklung in unserem Kanton sowie um mehr Information und Sensibilisierung der Bildungsverantwortlichen, aber auch der Öffentlichkeit. Ferner geht es darum, die Zielsetzung zu konkretisieren, um auch Massnahmen daraus ableiten zu können. Im Sinne eines Denkanstosses sollen einzelne Umsetzungsmassnahmen für diese Strategie aufgezeigt werden. Zudem soll das Vorgehen des Kantons mit den Nachbarkantonen abgestimmt werden, auch bei Projekten, die auf Stufe der Schweizerischen Erziehungs-direktoren-Konferenz (EDK) aufgegleist werden.


Keine weiteren Wortbegehren.


Die Landratspräsidentin fragt den Interpellanten, Christoph Frommherz, an, ob er mit der Antwort zufrieden sei, eine Erklärung abgeben wolle oder die Diskussion verlange.


Christoph Frommherz (Grüne) dankt dem Regierungspräsidenten für die Beantwortung der Fragen und verlangt die Diskussion.


://: Die Diskussion wird stillschweigend bewilligt.


Die Bildung für Nachhaltige Entwicklung, kurz BNE, möchte, so Christoph Frommherz (Grüne), die Denkweise schulen, um real existierende Probleme ganzheitlich und handlungsorientiert anzugehen. Dabei werden ökologische, soziale und ökonomische Zusammenhänge miteinander verknüpft. Lösungen sollen global vertretbar sein und künftige Generationen einbeziehen.


Von einer solch nachhaltigen Denk- und Handlungsweise sind wir heute leider noch ziemlich weit entfernt. Ökologisch scheinen wir mit der Klimaerwärmung aus den Fugen zu geraten, ökonomisch gibt es riesige Gefälle zwischen Nord und Süd, zwischen der 1. und 3. Welt sowie innerhalb dieser Welten; soziale Spannungen werden aufgrund der geschilderten Zustände mit Sicherheit zunehmen.


BNE kann und soll geschult werden. Zahlreiche Bildungsorganisationen befassen sich bereits damit. Für die EDK ist es ein Arbeitsschwerpunkt, und sie hat zusammen mit verschiedenen Bundesämtern auch einen Massnahmenplan entworfen, der u.a. einen Modelllehrgang für das 9. Schuljahr umfasst.


Christoph Frommherz wagt zu behaupten, dass viele Entscheide und Diskussionen im Landrat anders ausgefallen wären, hätten er und die übrigen Landräte sich bereits in ihrer Schulzeit mit Bildung für Nachhaltige Entwicklung befasst. Aber eben, im Moment sind die Mitglieder des Landrates noch politische Spezialisten für das Ökonomische, für das Soziale und für das Ökologische, und wo Spezialisten aus unterschiedlichen Sachgebieten aufeinander treffen, ist die Diskussion nicht immer einfach, weil die gemeinsame Sprache fehlt.


Einige Bemerkungen zur regierungsrätlichen Antwort: Diese geht vor allem auf die Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung ein, obwohl in der 1. Frage auf den Bericht "Zukunft Umwelt Bildung Schweiz" Bezug genommen wird und es auch um Umweltbildung geht.


Es gibt im Kanton Baselland auch in Sachen Umweltbildung sehr konkrete Angebote an Schulen, aber offenbar keine Stelle, die den Auftrag hat, zu koordinieren. Es wäre wichtig, diese Angebote zu erheben, um zu prüfen, welchen Beitrag sie an die BNE leisten könnten.


Was BNE betrifft, zeigt Christoph Frommherz sich erfreut über den hohen Stellenwert, welcher der Kanton ihr einräumt: Es gibt eine klar bezeichnete Stelle, deren Arbeiten sich offenbar noch auf strategischer Ebene befinden, wie aus der Antwort auf Frage 3 hervorgeht. Es ist zu hoffen, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft zu konkreten Angeboten und Massnahmen auf der Umsetzungsebene in den Schulen und anderen Bildungsinstitutionen führen werden.


Christoph Frommherz interessiert sich im Zusammenhang mit Frage 3 für den Zeithorizont und ausserdem für die Meinung der anderen Parteien zu BNE.


Regierungspräsident Urs Wüthrich (SP) erklärt zum Zeithorizont, er werde sich erkundigen, ob der Bildungsbericht, welcher dem Landrat vorgelegt werden wird, Antwort auf diese Frage gebe. Sollte dies nicht der Fall sein, werde er die Antwort noch separat beschaffen.


://: Damit ist die Interpellation 2006/295 beantwortet.


Für das Protokoll:
Barbara Imwinkelried, Landeskanzlei



 

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