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Musikinstrumente "Gläbbere" und "Räre" | |
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Wir suchen Informationen über die Geschichte der 'Musikinstrumente' "Gläbbere" und "Räre" (Rätsche). Woher kommen diese Instrumente (aus unserer Region oder von wo anders)? Waren dies schon immer volkstümliche 'Musikinstrumente'? Haben sie sakralen, rituellen oder anderen Ursprung?
Die Gläbbere (auch: Gläppere, Klapperbrett) und die Räre (auch: Rääre, Rätsche, Rätschi, Rärre, Radelen, Rädelen, Rällen, Ratsche, Karfreitagsklapper) scheinen den gleichen Hintergrund zu haben. Beide dienen seit langer Zeit als Lärminstrumente und gehen ursprünglich auf einen Karwochen-Brauch zurück. Bis zur Umgestaltung der Karwochenliturgie durch das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) wurden von Gründonnerstag bis Karsamstag abends Klappern und Rätschen anstelle von Altarglocken eingesetzt. Unklar ist, ob die in kirchlichem Zusammenhang in Zürich schon 1346 genannte "tabulas percussoras" diesen Klapperbrettern entsprechen. Auf den Brauch, Kirchen- und Altarglocken durch Ratschen und Klappern zu ersetzen, wird jedoch schon 1525 hingewiesen. In einer Läuteordnung von 1738 aus dem Kloster Engelberg wird der liturgische Rätschenbrauch erstmals beschrieben. Bei den Rätschen wird zwischen den grossen Rätschen im Glockenturm und den kleinen Rätschen, die während der Messe von den ministrierenden Knaben gebraucht wurden, unterschieden. Neben den Rätschen im Glockenturm, welche die Gläubigen zum Beten versammelten, hatten zudem die Knaben eigene, kleine Rätschen. Vor dem Beginn der Gottesdienste sammelten sich die Knaben und zogen rätschend durch das Städtchen. Heute dienen diese kleinen Rätschen vor allem als Kinderspielzeug.
Für die heutige Zeit sind folgende Bräuche mit Rätschen und Klappern überliefert: In Berggegenden sind die Klapperbretter noch heute gebräuchlich, dienen in dieser Zeit aber gleichermassen zu volksliturgischen Lärmbräuchen, wie sie sich in Kippel (VS), Faido (TI) und Châtillon (JU) insbesondere am Karfreitag beobachten lassen. Lärmumzüge mit Rätschen sind im Goms noch Brauch. In Disentis (GR) ratschen die Knaben auf der Kirchhofmauer, in Romont (FR) drehen sie kleine Kasten-Rätschen nach allen vier Himmelsrichtungen.
Rätschen finden aber auch in Fasnachts- und anderen Lärmbräuchen Verwendung. In diesem Zusammenhang erwähnt auch Suter und das Schweizerische Idiotikon die Gläppere als vorfasnächtliches Knabenspielzeug und die Rätsche als fasnächtliches Lärminstrument in Basel.
Literatur:
- Suter, Rudolf: Baseldeutsches Wörterbuch. Basel 1992. (HS HB 2.23)
- Schweizerisches Idiotikon, Band 3 und Band 6. Frauenfeld 1881.
- Schweizer Lexikon, Band 2 und Band 5.
- Bachmann-Geiser, Brigitte: Die Volksmusikinstrumente der Schweiz, in: Handbuch der europäischen Volksmusikinstrumente, Serie I, Bd. 4, Leipzig/Zürich 1981.
Eingangsnummer: 148
Beantwortet am 02.03.2001
Rahel Sameli
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