1. Auftrag und Rahmenbedingungen


> Massnahmenplan Abfallvermeidung || Amt für Umweltschutz und Energie

 

 

Mit dem Projekt für einen 'Massnahmenplan Abfallvermeidung' sind die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt 1994 die Verpflichtung eingegangen, Abfallvermeidung als Zukunftsstrategie mit Nachdruck zu fördern. Sie stellten mit Verpflichtungskrediten von je Fr. 500'000.-- auch die erforderlichen Finanzmittel zur Erarbeitung und Umsetzung von Massnahmen zur Verfügung.

Auftrag der
Parlamente

Die Parlamente waren der Überzeugung, dass die in der Umweltschutzgesetzgebung als prioritäres Ziel genannte Abfallvermeidung nur dann auch in der Praxis an Bedeutung gewinnt, wenn von den kantonalen Stellen entsprechende Impulse ausgehen. Mit dem 'Massnahmenplan Abfallvermeidung' sollen somit das in unserer Region bereits recht gut eingespielte System der Verwertung und der umweltverträglichen Entsorgung von Abfällen gezielt mit Massnahmen im Bereich Vermeidung ergänzt werden.

‚Vermeidung' als
Ergänzung zur
Verwertung

Mit diesem Vorhaben betraten die beiden Kantone auch gesamtschweizerisch weitgehend Neuland, da bisher weder auf Bundesebene noch bei andern Kantonen systematische Anstrengungen zur Förderung der Abfallvermeidung unternommen wurden. Lediglich im Bereich der Sonderabfälle gab es bereits ähnliche Ansätze, indem zum Beispiel durch sorgfältige Analyse und Umgestaltung von Prozessen in Galvanik- oder Malereibetrieben wirkungsvolle Abfallvermeidung erreicht wurde.

Vorhaben mit
Pilotcharakter

Die zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Beispiele liessen bereits klar erkennen, dass ein effektives Vermeiden von Abfällen nur dann möglich ist, wenn die Überlegungen nicht primär beim Abfall, sondern bei der vorangehenden Produktions- oder Nutzungskette ansetzen. Abfallvermeidung ist daher keine ‚end-of-pipe'-Strategie, sondern setzt eine gesamtheitliche Betrachtung voraus, die auch den Produktelebensweg einschliesst. Das bedingt wiederum, dass Produzenten, Nutzer und weitere Akteure in den Prozess einbezogen werden und für einen Erfolg vielfach auch längerfristige Massnahmen notwendig sind. Im Gegensatz zu Verbesserungen bei der Abfallverwertung oder Entsorgung stehen daher bei der Abfallvermeidung nicht die raschen, messbaren Resultate im Vordergrund, sondern eine schrittweise, aber dauerhafte Verminderung des Ressourcenverbrauchs.

Abfallvermeidung
muss früh
ansetzen


 

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