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Medienmitteilung des Regierungsrates Basel-Landschaft

Allgemeine Auskunft erteilt Alex Achermann, 2. Landschreiber, Tel. 061 / 925 50 02, email

Beachten Sie auch:
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Bettagsmandat 2007


In der Nacht vom 8. auf den 9. August wurden weite Teile des Baselbiets von starken Unwettern heimgesucht. Die starken Regenfälle dieser Nacht liessen unsere Flüsse über die Ufer tre-ten. Die Folge waren überflutete Wohn- und Gewerbegebiete. Das wahre Ausmass der Schä-den wurde erst beim Morgengrauen sichtbar. In Laufen stieg der Wasserpegel innert weniger Stunden über die an zahlreichen Stellen markierten Höchstpegel der letzten Flut von 1973. Für uns alle war das Hochwasser ein eindrückliches Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden. Es erinnerte uns wieder einmal daran, mit welcher Kraft und Gewalt die Natur sich ihren Weg bahnt und wie klein und machtlos wir Menschen in diesen Momenten demgegenüber sind.


Die Flutbilder, die wir bisher vor allem aus der Innerschweiz kannten, stammten nun aus unserem Kanton. Die Betroffenheit war viel direkter und persönlicher. Viele Bewohner und etliche Ladenbesitzer hatten in wenigen Stunden ihr Hab und Gut verloren. Uns allen wurde bewusst, wie selbstverständlich für uns der Komfort der modernen Gesellschaft wie Strom oder fliessendes, sauberes Wasser geworden ist. Wir drehen wie selbstverständlich jeden Morgen den Wasserhahnen auf und waschen uns. All das kann - wie dieses Unwetter gezeigt hat - in ein paar Stunden verunmöglicht werden.


Wieso erzählen wir Ihnen das alles? Es stand ja alles schon in der Zeitung. Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag wird heute als ökumenischer Festtag begangen. Er ist der Tag der Solidarität. Das Beeindruckendste bei unseren Besuchen in den Unwettergebieten waren nicht die materiellen Schäden, so gross sie auch sein mögen, sondern es war die Erfahrung von uneingeschränkter Solidarität in der Bevölkerung. Solidarität ist ein Begriff, der mit Worten nicht so leicht zu umschreiben ist. Man muss Solidarität unmittelbar selbst erleben und spüren.


Auf unseren Besuchen erlebten wir den Zusammenhalt unter den Menschen und die Anteil-nahme am Schicksal des Anderen. Einsatzkräfte, aber auch Privatpersonen kamen den betrof-fenen Menschen zu Hilfe. Unsere gewöhnlich so formale Welt, erhielt für ein paar Tage ein ganz anderes Gesicht. Die Betroffenen bekamen unbürokratische Hilfe ohne das übliche Aus-füllen von Formularen und Einholen von Bewilligungen. Kurzum, die Einwohnerinnen und Ein-wohner des Baselbiets spürten die Gemeinschaft. Wir waren froh, dass wir untereinander, dass unsere Gemeinden, unser Kanton und Institutionen in der Not für uns da waren.


Was in unserer hektischen, globalisierten Welt zu kurz kommt, darauf besinnt sich der Mensch in der Not. Das Unwetter schuf die dafür nötige Zäsur. Die Menschen wurden aus ihrem Alltagstrott gerissen und überlegten sich, welche Werte in ihrem Leben eigentlich wichtig sind. Lassen Sie uns dies auch am heutigen Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag tun. Dafür sollte eigentlich kein Unwetter und keine Katastrophe nötig sein.


Wir leben in einem reichen Land. Unser Wohlstand ist aber auch Verpflichtung. Wir sollen und müssen uns für eine gerechtere Welt einsetzen. Wir können ganz persönlich etwas dazu beitragen - auch im Familienkreis. Nehmen wir uns Zeit für unsere Kinder, im speziellen auch für die Erziehung. Sie sind unsere Zukunft, und sie sind darauf angewiesen, von uns leitende Gedanken und Werte mit auf ihren Lebensweg zu erhalten. Nur so schaffen wir mehr Gerechtigkeit, Respekt und Solidarität in unserer Gesellschaft und in unserem wunderschönen Baselbiet.


Landeskanzlei Basel-Landschaft



 

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